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Schwellenländer GAM bändigt die wilden Märkte

Enrico Camera und Iain Cartmill, Fondsmanager des GAM Star Lux Emerging Alpha
Enrico Camera und Iain Cartmill, Fondsmanager des GAM Star Lux Emerging Alpha
Es passiert nicht allzu oft, dass gute Hedgefonds-Manager ihr Konzept sauber aus der ungezügelten Welt der Karibik in die strenge Welt regulierter Fonds hin-überbringen.

Manchmal drücken die Regeln der europäischen Behörden zu sehr, manchmal sind die Kosten zu hoch. Umso schöner, wenn es doch mal klappt. Bei Enrico Camera und Iain Cartmill ist das der Fall.

Das Duo managt seit Januar 2007 den Talentum Emerging Long-Short für die englische Fondsgesellschaft GAM. Seit Juli 2009 gibt es ihn als Ucits-regulierte Variante unter dem Namen GAM Star Lux Emerging Alpha.

Zwar machen Camera und Cartmill bei der Wertentwicklung Abstriche von mehr als 3 Prozentpunkten pro Jahr gegenüber dem Original. Trotzdem gelingt ihnen ein lupenreiner Long- short-Fonds auf einem Gebiet, auf dem es nötig ist: Schwellenländeraktien.

Einerseits wimmelt es hier noch von Fehlbewertungen, wie auch Camera bestätigt: „An diesen Märkten sind viel weniger erfahrene Investoren aktiv“, sagt er. Andererseits hat vor allem 2013 gezeigt, dass die Märkte nicht nur steigen können – trotz bester Wachstumsaussichten. Warum also nicht mal eine Strategie, die seit Start in jedem Jahr einen Gewinn gebracht hat? Inklusive 2013.

Schlüssel fürs Management ist die Frage: „Was ist noch nicht im Aktienkurs enthalten?“ Antwort: Gewinnüberraschungen, nach oben wie nach unten. Also suchen die Manager gezielt nach Unternehmen, deren Gewinne anders ausfallen müssten als es der Markt erwartet.

„Wie werten zunächst alle Aktien unseres Universums nach Gewinnkorrekturen, Bewertung und Kurs-Momentum aus“, berichtet Camera. Ergebnis seien zwei Körbe voll Aktien mit Long-Möglichkeiten für die günstigen und Short-Möglichkeiten für die teuren Werte.

Anschließend schätzen die Manager selbst die künftigen Gewinne der Unternehmen ein, sichten verfügbares Material, treffen die Managements. Und sie vergleichen das Ergebnis mit der Marktschätzung. Am Ende stehen jeweils bis zu 80 Positionen auf fallende und steigende Kurse.

Die federn sich natürlich gegenseitig ab, wenn der Gesamtmarkt stramm in eine Richtung marschiert. So brachten im abgelaufenen Jahr zahlreiche Long- Positionen Verluste. Aber eben nicht so hohe, wie die Short-Positionen an Gewinn abwarfen – am Ende gab es plus 6,4 Prozent, während der Markt 6,6 Prozent verlor.

Andersherum bremsten die Shorts den Fonds im guten Schwellenländerjahr 2012 sichtlich aus. Der lief damit mit plus 7,5 Prozent deutlich schwächer als der Index (plus 16,5 Prozent). Aber dieses Gleichmäßige ist ja auch der Sinn eines Long-short-Fonds.

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