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Globale Investmentthemen und Emerging Markets

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Beliebte Promenade am Fluss Hangang in Seoul: Das stark exportabhängige Südkorea ist die viertgrößte Volkswirtschaft in Asien und die zwölftgrößte weltweit. | © imago images / ZUMA Wire Foto: imago images / ZUMA Wire

Schwellenländer holen auf

Wie Südkorea die Corona-Krise meistert

Wie bewältigen Schwellenländer die Corona-Pandemie? In der derzeitigen Krise wird besonders deutlich, wie sich die Emerging Markets weiterentwickelt haben. Franklin Templeton ist in 15 Ländern mit Teams vor Ort. Wir beobachten diesen Wandel, den Covid-19 in vielen Bereichen noch verstärkt hat, bereits seit Jahrzehnten. Viele innovative Unternehmen, oft Marktführer in ihrer Branche, sind in Schwellenländern ansässig. Die Länder haben außerdem aus früheren Krisen gelernt. Das hilft ihnen nun in der Corona-Pandemie. Ein Land, auf das beides zutrifft, ist Südkorea.

In dem ostasiatischen Staat mit 50 Millionen Einwohner wurde – ähnlich wie in Japan – kein Lockdown verhängt. Dennoch gab es in Südkorea im Zusammenhang mit dem Virus bislang verhältnismäßig wenige Todesfälle – ein Ergebnis der vorbildlichen Krisenpolitik der Regierung sowie des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Südkorea hat Lehren aus früheren Gesundheitskrisen gezogen, sodass Wirtschaft und Gesundheitssystem gut vorbereitet waren. Das Land verfolgt seit vielen Jahren eine umsichtige Wirtschaftspolitik, die Staatsverschuldung ist gering. So lag das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr bei 0,3 Prozent und damit bei einem Bruchteil des Niveaus der meisten Industrieländer.

Kaum Rohstoffe, wenig Touristen: Südkorea setzt auf Export

Dabei kann Südkorea nicht auf große Rohstoffvorkommen setzen. Im Gegenteil: Die Ölimporte gehören – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – zu den höchsten in Asien. Auch der Tourismus hat trotz zahlreicher Natur- und Kulturschätze keine zentrale Bedeutung für die Wirtschaft.

In der Corona-Krise heißt das für das Land zweierlei: So hat Südkorea erstens besonders vom niedrigen Ölpreis profitiert. Zweitens hat der Zusammenbruch des internationalen Reiseverkehrs kaum wirtschaftliche Folgen für das Land. Die langfristigen Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung aber zahlen sich nun aus. Südkorea hat sich zu einem führenden Exportland entwickelt.

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