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Schwimmender Markt in Can Tho, Vietnam Foto: imago images / Cavan Images
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Wachstumschancen

Schwellenländer – mehr als eine zyklische Beimischung für das Depot

Während der Anteil der Schwellenländer an der Weltbevölkerung relativ konstant blieb, konnten sie in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht im Verlauf der vergangen vier Jahrzehnte dramatisch an Einfluss gewinnen. Inzwischen erwirtschaften sie rund 58 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) – Tendenz steigend.

Quelle: Internationaler Währungsfonds, BIP nach Kaufkraftparität

Dabei gilt es zu beachten, dass es zwischen den Schwellenländern enorme Unterschiede gibt und auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten in der Vergangenheit mitunter stark schwankte. Ein Beispiel ist Südafrika: Die Regenbogennation galt im Jahr 2000 noch als das größte Schwellenland und wies im MSCI EM Index eine Gewichtung von 16 Prozent auf. Heute kommt das Land auf gerade einmal 0,6 Prozent. China hingegen konnte nach Daten des Internationalen Währungsfonds seinen Beitrag zum globalen BIP in nur 30 Jahren von 2 Prozent auf 18 Prozent steigern und kommt damit auf eine Gewichtung von 41 Prozent im MSCI EM Index.

Da wir bei Carmignac seit unserer Gründung im Jahr 1989 in Schwellenländern investieren, kennen wir die Höhen und Tiefen dieses Anlageuniversums – und haben unabhängig von der Weltlage immer an das Wachstumspotenzial der Emerging Markets geglaubt. 

Makroökonomische Fundamentaldaten verbessert

Einer der Hauptkritikpunkte an den Schwellenländern ist nach wie vor, dass sie zu stark vom Rohstoffexport abhängig sind. Die bekanntesten Beispiele: Russland und Saudi-Arabien. In den meisten Schwellenländern ist die wirtschaftliche Entwicklung allerdings mit langfristigen Strukturreformen verbunden, wodurch ihre Volkswirtschaften tatsächlich diversifizierter werden.

Nach einem Jahrzehnt mit schwacher Kursentwicklung verzeichnen die Emerging Markets nun eine Outperformance gegenüber den Industrieländern. Vorreiter sind die nordostasiatischen Staaten, denen es gelungen ist, die Corona-Pandemie erfolgreicher zu bewältigen als viele andere Länder in der Welt. Einige Volkswirtschaften wie China (1,9 Prozent) und Vietnam (1,6 Prozent) haben es 2020 sogar geschafft, ein BIP-Wachstum zu erzielen. Eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass das Wachstum in den USA laut Daten des Internationalen Währungsfonds aus dem Jahr 2020 im gleichen Zeitraum um 4,3 Prozent und in der EU sogar um 7,6 Prozent zurückging. Hervorzuheben ist außerdem, dass die Schwellenländer dieses überdurchschnittliche Wachstum trotz deutlich kleinerer Konjunkturprogramme erreichten.

Aber auch insgesamt haben sich die makroökonomischen Fundamentaldaten vieler Schwellenländer verbessert. So haben sich viele Leistungsbilanzdefizite im Verlauf der Zeit in beachtliche Überschüsse gewendet. Inflationsraten konnten gesenkt und ausländische Direktinvestitionen gesteigert werden. Ein Beispiel hierfür ist Brasilien, wo sich der derzeit vorsichtig positive Trend durch die schrittweise Wiederbelebung der Wirtschaft und das Voranschreiten der Impfkampagne in Zukunft fortsetzen dürfte.

Quelle: Weltbank und Internationaler Währungsfonds, Stand: 2019, Chinas Anteil am globalen BIP 2020

Aber auch für die Emerging Markets insgesamt sind unsere Aussichten für das Jahr 2021 und darüber hinaus optimistisch. Denn: Vorausschauende Anleger sehen in den Schwellenländern inzwischen mehr als nur eine zyklisch geprägte Beimischung für das Depot.

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