Themen
TopThemen
Fonds
Fondsvergleich Märkte Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender
Sonnenaufgang über dem südkoreanischen Seoul am Neujahrsmorgen: Technologie-Indizes profitieren von höherer Nachfrage bei Smartphones und Speicherchips.  | © Getty Images

Schwellenländer

Optimismus schiebt Renditen an

Die Nachricht, dass sich die Vereinigten Staaten und China im Oktober auf ein Teilhandelsabkommen geeinigt haben, wurde von Anlegern weltweit begrüßt. Das „Phase-1“-Abkommen, dessen Unterzeichnung ursprünglich für November erwartet wurde, wird zwar noch im Einzelnen verhandelt, allerdings haben die Vereinigten Staaten die für Mitte Oktober geplante Zollerhöhung auf chinesische Importe bereits ausgesetzt.

Trotz des Handelskonflikts erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2020 eine Beschleunigung des globalen Wachstums, die vor allem auf eine Erholung der Wirtschaftstätigkeit in den Schwellenländern (EMs) zurückzuführen ist. Der IWF prognostiziert in seinem aktuellen World Economic Outlook Database vom Oktober 2019, dass sich das Wirtschaftswachstum in den Volkswirtschaften von Schwellen- und Entwicklungsländern von 3,9 Prozent im Jahr 2019 auf 4,6 Prozent im Jahr 2020 beschleunigen wird und damit mehr als doppelt so hoch liegt als das erwartete Wachstum von 1,7 Prozent der Developed Markets in den Jahren 2019 und 2020. Verbesserungen bei der Steuer-, Wirtschafts- und Währungspolitik und die erneute Konzentration auf Strukturreformen in mehreren Schwellenländern scheinen an Fahrt zu gewinnen und die Konjunktur anzuschieben. Die Ergebnisse dieser Trends dürften sich noch deutlicher in der Stärkung des BIP-Wachstums im Jahr 2020 zeigen, was für die Unternehmen in Schwellenländern ein günstigeres Umfeld bedeuten dürfte.

Zu erwarten ist, dass der Technologiesektor zu einem wichtigen Motor des globalen Wachstums wird, insbesondere in den Schwellenländern, wo Unternehmen Innovationen und Technologien nutzen, um traditionelle Geschäftsmodelle zu überspringen und zu durchbrechen. Die Beschleunigung bei der Verbreitung und Nutzung des Internets in den Schwellenländern eröffnet Chancen für Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen und vereinfachte Geschäftstätigkeit. Seit der Jahrtausendwende erleben wir auch einen deutlichen Anstieg des Handelswerts von „Hightech“-Waren, die von den Schwellenländern exportiert werden. Dazu gehören unter anderem Luft- und Raumfahrzeuge, der Automobilbereich, Elektroproduktion und -ausrüstung, Datenverarbeitung und -speicherung sowie optische und medizintechnische Geräte. Das durchschnittliche jährliche Wachstum dieser Exportprodukte schätzt der IT-Spezialist Coriolis Technologies für die Jahre 2017 bis 2023 auf 16 Prozent.

Ausblick

Der Optimismus hinsichtlich der Schwellenländer hat sich nach einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) sowie dank gestiegener Erwartungen an die Unterzeichnung der „ersten Phase“ des Handelsabkommens zwischen den USA und China verstärkt. Obwohl sich beide Seiten einem Teilhandelsabkommen zu nähern scheinen, bleiben wir vorsichtig und rechnen mit einer gewissen Marktvolatilität, bis ein umfassenderes Abkommen abgeschlossen ist.

Trotz der bestehenden Unsicherheiten sehen wir nach wie vor Anlagemöglichkeiten in sämtlichen Schwellenländern. Wir gehen davon aus, dass sich die Gesamterträge der Unternehmen im Jahr 2020 weiter verbessern werden, da Aufschwünge in einigen Teilen des Technologiesektors ein günstiges Umfeld bieten. Ferner sind wir überzeugt, dass die Bewertungen von Schwellenländeraktien gegenüber Industrieländeraktien attraktiv sind. Gleichzeitig sind wir stets auf der Suche nach Bereichen, in denen eine verbesserte Corporate Governance den Shareholder Value steigern könnte.

Wir konzentrieren uns darauf, qualitativ hochwertige Unternehmen aufzuspüren, bei denen wir nachhaltige Ertragskraft sehen und die unserer Ansicht nach mit einem Abschlag zu ihrem inneren Wert gehandelt werden. Wir sehen starke Wettbewerbsvorteile bei mehreren technologie- und verbraucherorientierten Unternehmen, die ebenfalls zu unseren größten Beteiligungen gehören, und wir sind überzeugt, dass sie das Potenzial haben, ihre Marktpositionen auch in einem schwierigen Umfeld auszubauen.

nach oben