Brasilien und Russland übergewichtet, Zykliker bevorzugt

Mit unserer Strategie setzen wir derzeit auf eine Übergewichtung in Brasilien und Russland. Das wirtschaftliche Umfeld in Brasilien, insbesondere die neue unternehmensfreundliche Regierung, dürfte sich äußerst positiv auf die Aussichten für Aktien auswirken. Die Marktstimmung hat in Brasilien unserer Meinung nach in die richtige Richtung gedreht. Verbessertes Verbrauchervertrauen, sinkende Zinsen, die marktfreundliche Regierung sowie die günstigen Bewertungen belegen diese Einschätzung.

Russland bevorzugen wir aus ähnlichen Gründen, obwohl weitere Sanktionen nicht auszuschließen sind. Auch hinsichtlich unserer Engagements in den sog. «VARP-Frontier»-Märkten (Vietnam, Argentinien, Rumänien und Pakistan) bleiben wir optimistisch. Vor allem Vietnam hat in hohem Maße vom Handelskonflikt zwischen den USA und China, und dank seines hohen Angebots an äußerst preisgünstigen Fachkräften, vom ungebrochenen Trend zum Outsourcing profitiert. Unsere Positionen in Pakistan haben wir letztes Jahr abgebaut, nachdem der Index nach Aufnahme des Landes in den EM MSCI Index stark gestiegen war. Aktuell sind wir aufgrund von Änderungen in der Technologie-Zulieferindustrie, die insbesondere Halbleiter und Smartphones betreffen, in Taiwan untergewichtet.

Obwohl wir einen weitgehend stilunabhängigen Ansatz verfolgen, bevorzugen wir momentan zyklische Werte/Substanzwerte gegenüber Wachstumstiteln aufgrund ihrer vorteilhaften relativen Bewertungen. Dies betrifft aktuell Aktien aus dem Finanz-, Grundstoffe-, Energie- und Versorgungssektor. Die Bereiche Telekommunikation und teure langlebige Konsumgüter meiden wir.

Risiken sehen wir beim Schuldenabbau in China und einer ungeregelten Anpassung an die erforderliche Refinanzierung sowie bei einem scharfen Vorgehen gegen Schattenbanken. Ein weiteres Risiko auf unserem Radar ist der jüngste Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, der über 300 Menschen das Leben gekostet hat. Die humanitären Bemühungen, den Ausbruch der Epidemie aufzuhalten, werden durch die Instabilität in der Region und Komplikationen bei der Einbindung lokaler Gemeinden in die Behandlungspläne erschwert. Unseres Erachtens unterschätzen die Marktteilnehmer dieses Risiko wesentlich. Allgemein besteht die Befürchtung, dass sich Ebola über die Grenzen des Kongo hinaus ausbreiten könnte und zu einer Pandemie entwickelt.