Jonathan Mann, Leiter des Schwellenländeranleihen-Teams bei F&C

Jonathan Mann, Leiter des Schwellenländeranleihen-Teams bei F&C

„Schwellenländeranleihen sind kein sicherer Hafen“

//
In den vergangenen Monaten konnten wir unterschiedliche Trends zwischen den Schwellenländern und den Industrieländern beobachten, die sich unserer Meinung nach fortsetzen werden.

Europa kämpft noch immer entscheidend um eine Lösung in der Schuldenkrise und Amerika steckt in einer hoch politisierten Wirtschaftsdebatte fest. Schwellenländer hingegen profitieren von gesunden Staatsbilanzen, niedrigen Haushaltsdefiziten, starken Zahlungsbilanzen, gut kapitalisierten Banken und größerer politischer Flexibilität.

Die Welt ist ein Dorf

Folglich wechseln institutionelle Investoren zunehmend von europäischen Anleihen in Schwellenländeranleihen. Trotz der positiven Entwicklungen sollten sie die Schwellenländer aber nicht als sicheren Hafen betrachten und es ist wichtig, dass sie einen Fondsmanager finden, der angemessen mit der Volatilität umgeht.

Die Auswirkungen des verlangsamten Wachstums in den USA, Japan und der Eurozone werden möglicherweise einen bremsenden Effekt auf die Konjunktur in den Schwellenländern haben. Er könnte über Exportvolumen, Rohstoffpreise und Kapitalflüsse übertragen werden.

Wir beobachten jeden dieser Faktoren genau, was unserer Meinung nach den größten Einfluss auf die EMEA-Region haben sollte, die von Exporten abhängig ist, um die immer noch schwache wirtschaftliche Erholung voran zu treiben.

Dennoch haben viele Schwellenländer ihre Kreditwürdigkeit in den vergangenen Jahren verbessert und selbst wenn, wie wir es momentan erwarten, sich das Wachstum in diesen Ländern 2012 auf ein 5-Prozent-Niveau verlangsamt, kann sich die Kreditwürdigkeit weiterhin positiv entwickeln und Spreads können noch immer anziehen.

In Bezug auf Staatsanleihen waren Peru (plus 4,37 Prozent), Mexiko (plus 2,71 Prozent) und Panama (plus 1,66 Prozent) die ertragreichsten Länder in unseren Investment-Portfolios im dritten Quartal 2011.

Wohin mit dem Geld

In den vergangenen drei Monaten war das Portfolio geprägt von einer Übergewichtung in Lateinamerika und dem Ausbau einer strategisch untergewichtigen Position in Osteuropa, da die Region noch immer von den Entwicklungen in Westeuropa abhängt.

Schwellenländeranleihen haben von der starken technischen Situation in den vergangenen Quartalen profitiert, aber diese könnten nachgeben, wenn die globalen Probleme des Bankensektors nicht schnell gelöst werden.

Momentan sind die Hauptrisiken für diese Anlagenklasse ein griechischer Zahlungsausfall, der sich auf die anderen Länder der Eurozone und den europäischen Bankensektor ausbreitet, eine schlimmer als erwartete Abschwächung der Konjunktur in China und ein schwächeres globales Wachstum, das sich auf die Rohstoffpreise auswirkt.

Mehr zum Thema
Pioneer startet Investmentzentrum für Emerging Markets Anleihen aus Fernost Schuldenkrise: Wer rettet die Retter?