Schwellenländerexperten von AB „Chinas Marken boomen durch Binnenkonsum“

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Deshalb sind Marken für Anleger wichtig

Außerhalb Chinas wird die Markenstärke dieser Unternehmen unserer Meinung nach unterschätzt. Möglicherweise liegt das daran, dass man Marken erleben muss, um sie gebührend zu würdigen. Die Anleger brauchten Jahre, um die Wandlung von Samsung von einem Hersteller eher minderwertiger Produkte zu einer globalen Top-Marke zu erkennen. Sogar japanische Autos wurden in den USA und Europa zuerst als minderwertig angesehen – bis eine kritische Masse von Fahrern ihre verbesserte Qualität am eigenen Leib erlebte.

Heute liefern viele chinesische Unternehmen qualitativ bessere Produkte und besseren Service, entfernt vom Blickfeld ausländischer Anleger. Viele erkennen möglicherweise nicht in vollem Umfang, wie die Markenstärke zur Preismacht und geringeren Kundenakquisitionskosten beiträgt. Beides wirkt sich positiv auf die Margen aus. Zudem verhelfen diese Attribute zu einem nachhaltigen Gewinnwachstum.

Wir sind der Meinung, dass chinesische Marken angesichts ihres ertragssteigernden Potenzials unterbewertet sind. Zwar liegen die Bewertungen der zehn größten chinesischen Unternehmen bei Verbrauchsgütern um etwa elf Prozent höher als jene der Vergleichsunternehmen aus Industrieländern (Abbildung). Ihre prognostizierte Wachstumsrate ist jedoch mehr als doppelt so hoch.

Aktuell sind viele China-Anleger auf den eskalierenden Handelskrieg mit den USA fokussiert. Für einheimische Verbraucherunternehmen, die mittlerweile entscheidend zu Chinas Wachstum beitragen, ist dieser jedoch weitgehend irrelevant. Mit einem besseren Verständnis für die wachsende Kraft chinesischer Marken können Anleger Unternehmen finden, deren Wachstumspotenzial dauerhaft ist.

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