Aufblasbare Skulptur auf einem Festival für visuelle Kommunikation in Bukarest. Foto: Getty Images

Aufblasbare Skulptur auf einem Festival für visuelle Kommunikation in Bukarest. Foto: Getty Images

Schwellenland-Spezialist Stefan Böttcher

„Rumänien ist Europas Tigerstaat“

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Eine der größten Erfolgsstorys des Frontier-Märkte-Universums befindet sich in Europa. Mit einem BIP-Wachstum von 5,9 Prozent im zweiten Quartal des Jahres ist Rumänien die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft. Aber nicht nur innerhalb des EU-Raums, sondern auf dem ganzen Europäischen Kontinent. Rumänien ist sozusagen Europas Tigerstaat.

Großer Nachholbedarf bringt Wachstum

Die Erfolgsursachen sind vielfach. Zunächst ist es der Nachholbedarf: Zusammen mit Bulgarien ist Rumänien immer noch eines der ärmsten Länder in der EU. Außerdem ist der gegenwärtige Wachstumsschub mit verursacht durch die expansive Fiskalpolitik vor den Regierungswahlen im November. Die primäre Ursache für die starke Performance sind aber die zahlreichen Reformen, die seit dem EU-Beitritt im Jahr 2007 durchgeführt wurden. Denn ohne einen soliden makroökonomischen Hintergrund, wäre der lockere Haushaltskurs kaum möglich, ohne die Stabilität der Währung zu gefährden.

Rigorose Korruptionsbekämpfung, flexible, aber feste Währung, relativ gut ausgebaute Infrastruktur (die Internetgeschwindigkeit ist die höchste in ganz Europa), stark auf Mathematik and Naturwissenschaften fokussiertes Bildungssystem und niedrige Kosten ziehen internationale Unternehmen an, die auf der Suche nach Outsourcing-Destinationen sind. Laut European Digital City Index sind mittlerweile 170 Startup-Unternehmen in Bukarest, der aufgrund der Achitektur als “Klein Paris des Ostens” bezeichneten Hauptstadt, angesiedelt.

Marktkapitalisierung im Milliardenbereich

Nachdem zahlreiche Staatsunternehmen innerhalb der letzten Jahre privatisiert worden sind, hat sich ein aktiver Kapitalmarkt gebildet. Mehrere Unternehmen verfügen über eine Marktkapitalisierung im Milliardenbereich. Jetzt arbeiteten die Repräsentanten des rumänischen Kapitalmarktes Hand in Hand mit Regierungsvertretern hart am Upgrade des Landes.

Neben der Verbesserung der Corporate Governance ist die Herabsetzung der Steuer auf Dividendeneinkommen auf 5 Prozent ein solcher Vorstoss. Das Ziel ist der Aufstieg aus der Liga der Frontier-Märkte in das Emerging-Markets-Universum innerhalb der nächsten zwei Jahre, was eine Aufwertung der gelisteten Titel herbeiführen soll.

Attraktive Dividendenrenditen

Ein weiteres Highlight, das fast schon eine Anomalie in der heutigen Welt der negative Zinsen ist, sind die hohen, manchmal zweistelligen Dividendenrenditen des rumänischen kapitalkräftigen Energiesektors.

Der Magna New Frontiers Fonds ist in drei solcher Rendite-Titel investiert. Das Exposure zur starken makroökonomischen Performance bietet die am schnellsten wachsende Bank im Land, Banca Transilvania, die auch über die stärkste Bilanz unter rumänischen Banken verfügt.

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