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Skyline von Jakarta: Die indonesische Rupie hat seit Jahresbeginn 2019 aufgewertet. | © Getty Images

Schwellenmärkte

„Wir erwarten die Aufwertung von Schwellenländer-Währungen“

Herr Baijal, seit dem Jahr 2015 managen Sie den Invesco Emerging Markets Local Debt Fund (LU2014293232). Was reizt Sie an Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern?

Hemant Baijal: Unser zentraler Ansatz: Wir sehen solide Risikoprämien in Schwellenmärkten, aus denen sich Portfolios mit hohen Erträgen ergeben, die sich gleichzeitig unkorreliert zu anderen Asset-Klassen entwickeln. Das hängt mit verschiedenen Faktoren und Risiken zusammen: Zum einen entwickeln sich viele Schwellenländer ziemlich dynamisch. Sie müssen viel Kapital anziehen, um ihre demografische Entwicklung und ihre strukturellen Entwicklungschancen abzudecken.

Zugleich sind aber ihre rechtlichen Strukturen oftmals noch uneinheitlich ausgeprägt. Auch der Zusammenhalt des politischen Gefüges ist nicht selten unsicher. Für dieses Risiko werden Investoren gut entschädigt. Und ganz wichtig dabei: Die mit den entsprechenden Investments zusammenhängenden Income-Strukturen sind weitgehend unkorreliert zu den weltweiten Aktienmärkten und in einer, salopp gesprochen, nach Erträgen lechzenden Welt sehr willkommen.

Zumal es schwieriger wird, ansprechende Renditen in den entwickelten Märkten zu erzielen…

Baijal: Die in den vergangenen Jahren zu beobachtenden Verschiebungen in der Weltwirtschaft spielen Anlegern mit Fokus auf den Schwellenländern in die Karten. Während der US-Dollar im Wert stagniert, werten wichtige Schwellenländerwährungen auf, etwa der Brasilianische Real, die Indonesische Rupie und der Mexikanische Peso.

Wie sieht die Investment-Strategie aus?

Baijal: Wir verfolgen einen konsequenten Top-down-Ansatz. Die Bewertungen in den Emerging Markets hängen ganz eng mit den finanziellen Rahmenbedingungen zusammen und damit, wie weit die Schere bei den Wachstumsraten in Schwellenländern im Vergleich zu den USA aufklafft. Wir haben daher stets im Blick, wie sich die Lage in den entwickelten Ländern und in den USA darstellt. Diese Faktoren bestimmen, wieviel Risiko wir in den Schwellenmärkten im Vergleich zur zugrundeliegenden Benchmark eingehen wollen. Unser Credo: Das maximale Risiko, das wir eingehen wollen, ist das Benchmark-Risiko. Die Überrendite zur Benchmark, die wir anstreben, geht daher in Bezug auf den Vergleichsindex stets mit geringerer Volatilität einher.

Welche Länder sind im Portfolio des Emerging Markets Local Debt Fund derzeit übergewichtet?

Baijal: Wir bevorzugen Indonesien, Mexiko und Kolumbien. Diese Länder machen unsere drei größten Positionen aus, mit Gewichtungen von 13,4 Prozent, 12,9 Prozent und 11,1 Prozent.

Ganz zentral bei unserem Investmentansatz, den ich im Fonds zusammen mit Wim Vandenhoeck präge, sind die Realzinssätze und deren Wirkung auf das jeweilige Wirtschaftsgeschehen. In den entwickelten Ländern sind die Zinsen stark gefallen und werden lange Zeit auf ihren sehr niedrigen Niveaus verweilen. Unter Umständen sind auch anhaltende Negativzinsen zu erwarten.

Die Zinsen in den Schwellenländern sind im Gegensatz außergewöhnlich hoch. Deutlich zu hoch, unserer Meinung nach; sie dürften deshalb nach und nach sinken. Genau wie die Inflationsraten, die ebenfalls zurückgehen dürften. Wir sind in Ländern mit hohen Realzinssätzen investiert. Die von uns bevorzugten Länder weisen jedoch den Trend auf, dass die Zinsen hier nach und nach sinken. Wim Vandenhoeck, seit 2016 im Team, kann hierzu Genaueres sagen.

Wim Vandenhoeck: Russland, Mexiko und Brasilien sind in diesem Zusammenhang für uns von besonderem Interesse. Die Zentralbanken haben hier die Zinsen bereits leicht gesenkt, es gibt Spielraum für weitere Senkungen.

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