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Anlässlich einer Messe werden Goldbarren verschiedener Hersteller präsentiert.  | © Getty Images

Schwenk der Notenbankpolitik Die Perspektiven für Gold hellen sich auf

Gold ist wieder in Mode. Zumindest bei Anlegern. Nachdem sich der Kurs des Edelmetalls in den vergangenen gut vier Jahren in engen Bahnen zwischen 1.100 und 1.350 US-Dollar je Feinunze bewegt hat, hellt sich das Bild zumindest aus Sicht der Chartanalyse seit Anfang Juni deutlich auf. Denn Anleger haben den Kurs auf über 1.400 US-Dollar getrieben. Ende vergangenen Jahres notierte die Feinunze bei 1.282 US-Dollar. Die positive Wertentwicklung des Edelmetalls könnte sich nach Einschätzung des World Gold Council (WGC), einer globalen Lobby-Organisation der Goldbergbauindustrie, fortsetzen.

In seiner Argumentation verweist der Verband auf die erheblichen Mittelzuflüsse in Gold-ETFs. Demnach kauften Anleger im ersten Halbjahr über diese Fonds Gold im Umfang von 108 Tonnen. Der Kurs wird auch durch starke Handelsaktivitäten am Futures-Markt der New Yorker Rohstoffbörse Comex getrieben. Zudem traten Notenbanken zuletzt als Käufer am Goldmarkt auf, um ihre Währungsreserven breiter zu streuen. Laut WGC summieren sich die Nettokäufe der Notenbanken bis einschließlich Mai auf 247 Tonnen mit einem Gegenwert von 10 Milliarden US-Dollar.

Gründe und Aussichten

Bei Gold haben sich die Perspektiven aufgrund der neuen zinspolitischen Ausrichtung der Notenbankpolitik deutlich aufgehellt. Zinserhöhungen sind in weite Ferne gerückt. Nach Einschätzung des WGC sorgt etwa die Kehrtwende der US-Notenbank für die höhere Goldnachfrage. Auch in Europa, Japan und in Schwellenmärkten lockern die Notenbanker ihre geldpolitischen Zügel angesichts der eingetrübten wirtschaftlichen Aussichten. Das World Gold Council leitet aus dieser Entwicklung zumindest eine „Unterstützung“ für den Goldpreis ab.

Doch es gibt auch Gründe, die für Gold sprechen, so das WGC. Forschungsergebnisse auf Basis historischer Daten hätten gezeigt, dass der Goldpreis in den zwölf Monaten nach dem Ende eines Straffungszyklus der Notenbanken, wie wir ihn just erleben, höher liege als zuvor. Außerdem lägen die Renditen, die sich mit einer Anlage in Gold erzielen ließen, in Zeiten negativer Realrenditen mehr als doppelt so hoch im Vergleich mit ihrem langfristigen Durchschnitt, argumentiert das WGC.

Allerdings ist die Goldpreisentwicklung auch mit Gegenwind konfrontiert, räumt der Verband ein. Schwächeres Wirtschaftswachstum und höhere Schwankungen des Goldpreises könnten die Nachfrage der Konsumenten nach physischem Gold belasten, so das WGC mit Blick auf die Schwellenländer, auf die der Löwenanteil der globalen Goldnachfrage entfällt. Kürzlich hatte das indische Finanzministerium angekündigt, seine Goldimporte zu reduzieren.

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