„Schwere Defizite“

US-Tochter der Deutschen Bank fällt durch Stresstest

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„Schwere Defizite“ attestiert die US-Notenbank Fed der US-Tochter der Deutschen Bank, etwa bei der Risikobeurteilung, und „weitverbreitete und substanzielle Schwächen im Kapitalplanungsprozess“. Damit ist die Bank in der zweiten Runde des Stresstests von 31 Instituten durchgefallen. Damit darf die Bank nun keine Dividenden zahlen und keine Aktien zurückkaufen oder ausgeben. Weder an ihr Mutterhaus, noch an andere Aktionäre.

Die Deutsche Bank reagierte mit einer Investitionsoffensive. Eine Milliarde Euro seien dafür eingeplant, so eine Sprecherin. Mit einem Teil des Geldes sollen in den USA schon 500 Mitarbeiter für Kontrollarbeiten eingestellt worden sein. Insgesamt wurden 1.300 Leute angestellt, die bei der Behebung der Missstände helfen sollen.

Dabei ist die Deutsche-Bank-Tochter nicht allein. Auch ein weiteres der insgesamt sechs ausländischen Tochter-Institute, die Santander, ist bei dem Test durchgefallen, den die Fed seit 2010 einmal im Jahr durchführt. Bei den US-Banken ist die Freude dagegen groß. So verkündeten und bestätigten etwa Goldman Sachs, Morgan Stanley, U.S. Bancorp, Wells Fargo und American Express starke Dividendenanhebungen und Aktienrückkaufprogramme.

Im ersten Teil des Stresstests kamen noch alle 31 Banken durch. Dabei prüfte die Fed zunächst nur die Kapitalausstattung der Institute stimmt. Sie schauten, ob die Banken über ausreichend Geld verfügen, um neun Quartale unter stressvollen wirtschaftlichen Bedingungen durchzustehen. In dieser Runde war Goldman Sachs nahe dran gewesen, unter einige regulatorische Mindestanforderungen zu fallen, weil die Bank ihre Entwicklung optimistischer gesehen hatte als die Prüfer der Fed.

In der zweiten und schwierigeren Runde ging es um die Fähigkeit der Banken, Verlusten zu widerstehen und dennoch Dividenden zahlen, Aktien zurückkaufen oder Akquisitionen tätigen zu können. Die Fed richtete dabei einen qualitativen Blick auf das Risikomanagement, die Corporate Governance und die internen Kontrollen.

Im vergangenen Jahr hatten außer Citigroup auch die US- Niederlassungen der Royal Bank of Scotland, der HSBC und der Banco Santander den Test nicht bestanden.

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