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Softbank-Chef Masayoshi Son (links) und Toyota-Chef Akio Toyoda auf einer gemeinsamen Pressekonferenz: Die Konzerne forschen gemeinsam an selbstfahrenden Autos | © Getty Images

Science ja, Fiction nein Über die Digital Hyper Economy

Saudi-Arabien will für geplante Kosten von 500 Milliarden US-Dollar die futuristische Mega-Stadt Neom errichten. Das Geld ist aber nur der eine Teil der Geschichte. Interessanter ist der Beirat, der die Stadt mit planen oder, besser gesagt, neu denken wird: Uber-Mitbegründer Travis Kalanick, Softbank-CEO Masayoshi Son, Risikokapitalgeber und Facebook-Vorstandsmitglied Marc Andreessen und der Präsident von Y Combinator Sam Altman gehören zu den Schwergewichten, die bei dem Projekt mitwirken.

Bei einem vollständigen Neubau einer Megastadt kann, ohne die sonst notwendige Rücksichtnahme auf bestehende Strukturen, neu gedacht werden. So bezeichnete Softbank-CEO Son den Plan, eine automatisierte Stadt mit selbstfahrenden Autos und Passagierdrohnen von Grund auf neu zu bauen, als „fantastische Gelegenheit“. Wird hier etwa das autonome Fahren, noch bevor es richtig Einzug gehalten hat, schon wieder neu erfunden? Gut möglich, weil sich hier ein völlig neues Konzept abzeichnet.

Bislang werden autonome Fahrzeuge individuell technologisch hochgerüstet. Jedes Auto ist zum Beispiel mit umfangreicher Sensorik ausgestattet und muss in die Lage versetzt werden, sich selbständig zu orientieren und autarke „Entscheidungen“ zu treffen. Neue Ansätze folgen einer anderen Philosophie. Hier werden die Fahrzeuge von digitalen Agenten ferngesteuert. Die Fahrzeuge selbst werden zu Marionetten und sind nur noch mit den Basics ausgestattet. Da jedes Fahrzeug durch einen individuellen digitalen Agenten ferngesteuert wird, können sich die Agenten untereinander verständigen. Sie koordinieren sich auf der digitalen Ebene. Jeder findet sein Ziel, eine Kollision wird damit ausgeschlossen.

Allerdings ist die Abstimmung zwischen diesen digitalen Agenten keineswegs trivial. Je größer die Anzahl der zu steuernden Fahrzeige wird, desto komplexer werden die Situationen. Um diese Herausforderung zu bewältigen, bieten sich marktwirtschaftliche Mechanismen an. So lässt sich zum Beispiel die komplette Straßeninfrastruktur in Form kleiner Quadratmeter-Einheiten digital abbilden. Für jeden dieser Straßen-Quadratmeter werden Mikro-Börsen aufgesetzt, auf denen die Benutzung des Straßenabschnittes pro Zeiteinheit gekauft und verkauft wird. Hat nun ein digitaler Agent die Aufgabe, ein Fahrzeug von A nach B zu navigieren, kauft der Agent die Strecke Quadratmeter für Quadratmeter zusammen. Dies tut er natürlich in Konkurrenz zu anderen Agenten und unter Berücksichtigung verschiedener Streckenalternativen. So ist der digitale Agent in der Lage, sowohl zeitliche Anforderungen, als auch monetäre Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Digitale Agenten organisieren sich so untereinander mittels marktwirtschaftlicher Prinzipen. Komplexe Abstimmungen zwischen vielen Agenten lassen sich auf diese Weise beherrschen.

In der Praxis erhält ein Passagier, der von A nach B möchte, Angebote von digitalen Agenten entsprechend der aktuellen Marktpreise und Fahrzeugpositionen. Damit kommt dem digitalen Agenten gleichzeitig die Aufgabe zu, sein Fahrzeug zu vermarkten und zu bewirtschaften.

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