Die Ratingagentur Scope hat ihre monatliche Bewertung von rund 7.100 Investmentfonds veröffentlicht. Im Januar hielten sich Herauf- und Herabstufungen fast exakt die Waage: Bei 233 Produkten wurde die Bewertung nach oben korrigiert, während es für 230 nach unten ging. 78 Portfolios erhielten eine erste Bewertung nach fünf Jahren Marktpräsenz, 18 von ihnen ein Top-Rating.
Comeback nach Durststrecke: Asien-Fonds kehrt zurück
Der Schroder ISF Asian Opportunities (ISIN: LU0248184466) hat den Weg zurück zu alter Stärke gefunden. Zwischen 2021 und 2023 hatte der Fonds solide gearbeitet und durchgängig ein B-Rating getragen. Ab Herbst 2023 verschlechterte sich seine Position jedoch rapide, sodass er sich zeitweise mit einem C-Rating begnügen musste. Nun ist er wieder auf Note B zurückgekehrt.
Fondsmanager Toby Hudson lenkt das Portfolio seit fast neun Jahren. Er investiert in asiatische Aktien mit Ausnahme japanischer Titel. Chinesische Werte einschließlich Hongkong machen knapp die Hälfte des Portfolios aus. Stark gewichtet sind zudem Taiwan, Indien und Südkorea.
Besonders stark entwickelte sich der Fonds in den zurückliegenden zwölf Monaten. Mit einem Plus von 16,7 Prozent lag er 3,2 Prozentpunkte vor der Vergleichsgruppe, die auf 13,5 Prozent kam. Auch langfristig liefert das Portfolio überdurchschnittliche Ergebnisse. Allerdings müssen Anleger laut Scope für die höhere Rendite stärkere Schwankungen und größere zwischenzeitliche Verluste in Kauf nehmen.
Marktneutraler Ansatz zahlt sich langfristig aus
Eine bemerkenswerte Wende gelang dem BSF Systematic US Equity Absolute Return (ISIN: LU0725887540). In den vergangenen fünf Jahren kam der Fonds nicht über das Mittelmaß hinaus. Zwei Drittel der Zeit trug er ein C-Rating, in einem weiteren Drittel gar nur ein D-Rating. Seit Frühjahr 2025 erholte sich das Portfolio jedoch spürbar – nun wurde diese Entwicklung mit einem B-Rating belohnt.
Die aktuellen Kennzahlen zeigen ein durchwachsenes Bild, doch die langfristige Bilanz stimmt hoffnungsvoll: Mit einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 7,9 Prozent über fünf Jahre entwickelte sich der Blackrock-Fonds deutlich besser als seine Peergroup, die auf 6,3 Prozent pro Jahr kommt.
Das Managerteam investiert in den US-Aktienmarkt und nutzt Derivate, um marktneutrale Gewinne zu erzielen. Dazu werden sowohl Long- als auch Short-Positionen eingegangen. Mit mehr als 4.000 Einzelpositionen ist das Portfolio extrem breit aufgestellt.
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Abstieg in die Tiefe: 8,6-Milliarden-Fonds auf schlechtester Note
Mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Euro gehört der M&G Optimal Income Fund (ISIN: LU1670724373) zu den Schwergewichten am Markt. Während der Nullzinsphase war er allerdings noch deutlich größer – und erfolgreicher. Von Ende 2020 bis Herbst 2022 büßte er kontinuierlich Rating-Punkte ein und stabilisierte sich dann auf Note D. Seit diesem Monat wird er nur noch mit E bewertet, der untersten Rating-Stufe.
Das Portfolio besteht derzeit zu 58 Prozent aus Staatsanleihen und zu 28 Prozent aus Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Status. High-Yield-Bonds machen aktuell 6 Prozent aus. Aktien, die theoretisch ein Gewicht von bis zu 20 Prozent haben dürfen, sind praktisch nicht vorhanden.
Die Strategie brachte in den vergangenen fünf Jahren nur minimale Gewinne. Die Vergleichsgruppe kam immerhin auf ein durchschnittliches jährliches Plus von 1,6 Prozent.
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Vanguard-ETFs überzeugen mit aktivem Multi-Asset-Ansatz
Der US-Anbieter Vanguard gilt als Pionier des passiven Investierens. Seine ETFs der Life-Strategy-Reihe kombinieren mehrere hauseigene passive ETFs zu einem Multi-Asset-Produkt, das aktives Eingreifen erfordert. Nach fünf Jahren Marktpräsenz zeigt sich: Das Konzept funktioniert. Sowohl die dynamische als auch die ausgewogene Variante erhielten ein A-Rating. Wie die Prozentzahlen in den Fondsnamen vermuten lassen, investieren die beiden Produkte 80 beziehungsweise 60 Prozent ihres Vermögens in Aktien und den Rest in festverzinsliche Wertpapiere.
Langfristig entwickelten sich die Fonds sehr gut. Die dynamische Variante mit 80 Prozent Aktienanteil legte über fünf Jahre um 9,2 Prozent pro Jahr zu, während die Vergleichsgruppe auf 6,1 Prozent pro Jahr kam. Die ausgewogene Version mit 60 Prozent Aktien erreichte 6,2 Prozent pro Jahr, die Peergroup 3,8 Prozent pro Jahr.
Marktüberblick: Jahresendrally blieb aus
Eine Jahresendrally in der Breite gab es dieses Mal nicht. Etwas mehr als die Hälfte der knapp 100 größten Peergroups schloss den Dezember 2025 mit Verlusten ab.
Unbeirrt seinen Anstieg fortgesetzt hat dagegen der Goldpreis, was die Aktien von Minenbetreibern beflügelte. Fonds der Peergroups Aktien Gold und Edelmetalle sowie Aktien Rohstoffe erzielten im Dezember starke Zuwächse von jeweils knapp 7 Prozent. Chinesische A-Aktien gehörten nach einem schwachen Vormonat ebenfalls zu den Gewinnern.
Deutschen Anlegern hätte ein Home Bias im Dezember nicht geschadet: Heimische Aktien brachten ordentliche Gewinne von 2,5 Prozent. In deren Fahrwasser legten europäische Aktien generell klar zu.
Nach zwei Monaten mit hohen Gewinnen änderte sich im Dezember das Bild bei Biotechnologiefonds, die deutlich um 3,4 Prozent nachgaben. Auch indische Aktien werden derzeit mehrheitlich verkauft und verloren 2,4 Prozent.
Auffällig sind zudem die für Rentenfonds deutlichen Rückgänge bei Produkten für US-Anleihen. Verluste von rund 2 Prozent in einem Monat treffen Eigner von Zinspapieren empfindlich. Zweifel an der Beständigkeit von US-Anleihen haben manchen Anleger in die Flucht geschlagen.
Scope-Ratingverteilung
Von den derzeit rund 7.126 bewerteten Fonds in Deutschland tragen:
- 741 Fonds ein A-Rating (10,4 Prozent)
- 1.798 Fonds ein B-Rating (25,2 Prozent)
- 2.164 Fonds ein C-Rating (30,4 Prozent)
- 1.630 Fonds ein D-Rating (22,9 Prozent)
- 793 Fonds ein E-Rating (11,1 Prozent)
Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Es reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft, die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und Verlustrisiko.

