In ihrem September-Update hat die Ratingagentur Scope die Noten für 7.364 Fonds überarbeitet. 236 Portfolios rückten eine Stufe nach oben, 267 mussten eine Herabstufung hinnehmen. 51 Fonds standen nach fünf Jahren am Markt erstmals auf dem Prüfstand – 15 aktiv gemanagte Produkte bekamen auf Anhieb eine der beiden Spitzennoten.

DWS Vermögensbildungsfonds I – zurück auf der Erfolgsspur

Der DWS Vermögensbildungsfonds I (ISIN: DE0008476524) hat sich sein Spitzenrating zurückerarbeitet: Scope vergibt an den 20-Milliarden-Euro-Fonds nun die Bestnote A – nachdem er im Frühjahr und Sommer 2025 noch mit einem mittelmäßigen C dastand.

Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Renditezahlen: Binnen zwölf Monaten legte der Fonds um 34,7 Prozent zu, mehr als doppelt so viel wie die Vergleichsgruppe mit 17,1 Prozent. Auch auf Fünfjahressicht liegt er klar vorn, mit 12,1 Prozent Rendite pro Jahr gegenüber 7,1 Prozent bei der Konkurrenz.

Fondsmanager André Köttner setzt bei der Titelauswahl derzeit stark auf die Chip-Werte TSMC und SK Hynix, die zuletzt kräftig zum guten Ergebnis beitrugen. Trotz dieser Schwerpunkte bleibt das Portfolio breit aufgestellt: 112 Aktien aus aller Welt liegen aktuell im Fonds.

Carmignac Patrimoine – kleiner Schritt aus dem Tief

Für den Carmignac Patrimoine (ISIN: FR0010135103) hellt sich das Bild im September etwas auf. Eineinhalb Jahre lang klebte an ihm die Note D, nun klettert der flexible globale Mischfonds auf ein C. Bei der Rendite zeigt sich das Bild gemischt: Nur auf Dreijahressicht schlägt der Fonds seine Vergleichsgruppe, über ein und über fünf Jahre reicht es nicht ganz.

Deutlich besser sieht es beim Risiko aus: In allen betrachteten Zeiträumen schwankt der Fonds weniger stark als der Durchschnitt seiner Konkurrenten. Vom einstigen Höhepunkt ist das Produkt allerdings weit entfernt – vor rund zehn Jahren verwaltete es noch etwa 26 Milliarden Euro, heute sind es 6,8 Milliarden Euro. Damit spielt der Fonds im Mischfondssegment dennoch weiterhin in einer relevanten Größenordnung mit.

Allianz Global Artificial Intelligence – hohe Rendite, schwache Note 

28,5 Prozent Wertzuwachs binnen eines Jahres – und trotzdem die schlechteste Note: Der Allianz Global Artificial Intelligence (ISIN: LU1548497426) zeigt, wie täuschend eine absolute Rendite sein kann. Nachdem sich der Fonds zuletzt auf einem D gehalten hatte, rutscht er nun auf die schwächste Stufe E ab.

Grund ist der Blick auf die Konkurrenz: Der durchschnittliche globale Technologiefonds legte im gleichen Zeitraum um 33,1 Prozent zu, deutlich mehr. Noch größer fällt der Abstand auf Fünfjahressicht aus – 4,5 Prozent Rendite pro Jahr für den Fonds stehen 10,9 Prozent pro Jahr bei der Vergleichsgruppe gegenüber.

HSBC Multi Factor EMU Equity – Bestnote im ersten Anlauf

Manche Fonds brauchen Jahre, um sich ein Top-Rating zu erarbeiten – der HSBC Multi Factor EMU Equity (ISIN: IE00BN0T3862) schafft es auf Anhieb. Bei seiner ersten Bewertung nach fünf Jahren am Markt vergibt Scope direkt die Note A. Der Fonds investiert in Aktien aus entwickelten Ländern der Eurozone, wobei aktuell knapp die Hälfte des Vermögens auf Frankreich und Deutschland entfällt.

Sein Ansatz: Titel werden nach Faktoren wie Bewertung, Qualität, Kursdynamik, Risiko und Unternehmensgröße sortiert. Anschließend baut ein quantitatives Modell daraus ein Portfolio, das auf die am besten bewerteten Werte setzt und das Risiko begrenzt.

Die Zahlen sprechen für die Strategie: Auf Jahressicht kommt der Fonds auf einen Wertzuwachs von 31,7 Prozent, auf Fünfjahressicht auf 11,6 Prozent pro Jahr – die Vergleichsgruppe bleibt mit 19,7 beziehungsweise 8,1 Prozent klar zurück. Auch beim maximalen Verlust liegt der Fonds vor seiner Konkurrenz.

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Marktüberblick: Gold enteilt, US-Renten geraten unter Druck

Plus 29,1 Prozent auf der einen Seite, minus 3,6 Prozent auf der anderen: Kaum ein Monat zeigte die Schere zwischen Anlageklassen so deutlich wie der August. Getrieben von einem Goldpreis, der von knapp über 4.000 auf zeitweise fast 4.700 Dollar sprang, führten Fonds mit Schwerpunkt Goldminen-Aktien die Rendite-Rangliste klar an. Mit im Aufwind: Rohstofffonds allgemein sowie Portfolios aus Technologie, Gesundheitswesen und den Regionen Asien und Schwellenländer.

Am anderen Ende der Skala häuften sich dagegen die Verlierer. Immobilien- und Infrastrukturaktien büßten 3,6 beziehungsweise 2,0 Prozent ein. Auffällig war zudem, wie viele Renten-Kategorien unter den zehn schwächsten Vergleichsgruppen landeten: Sorgen um die hohe US-Staatsverschuldung, anhaltenden Inflationsdruck und ein hartnäckig erhöhtes Zinsniveau schickten festverzinsliche US-Papiere auf Talfahrt.

Scope-Ratingverteilung

Insgesamt fließen in die aktuelle Auswertung 7.364 nach dem Ucits-Standard zum Vertrieb zugelassene Fonds ein, deren verwaltetes Vermögen sich auf rund 6 Billionen Euro summiert. Scope vergibt fünf Notenstufen von A (sehr gut) bis E (schwach), wobei A und B als Top-Rating zählen. Die aktuelle Verteilung:

  • 741 Fonds mit A-Rating (10,1 Prozent)
  • 1.850 Fonds mit B-Rating (25,1 Prozent)
  • 2.215 Fonds mit C-Rating (30,1 Prozent)
  • 1.715 Fonds mit D-Rating (23,3 Prozent)
  • 843 Fonds mit E-Rating (11,4 Prozent)

Das Scope-Fondsrating misst die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Es berücksichtigt unter anderem die langfristige Ertragskraft, die Stabilität der Wertentwicklung sowie das Timing- und das Verlustrisiko.