Ein Schwergewicht unter den in Deutschland aufgelegten Aktienfonds verliert seine Bestnote: Der Deka-Global Champions mit einem Volumen von rund 15 Milliarden Euro rutscht im aktuellen Fondsrating-Update von Scope von der Bestnote A auf B ab.
Insgesamt fiel der Juni an den Märkten gemischt aus. Fonds für US-Nebenwerte und Gesundheitstitel gehörten mit gut 7 Prozent Renditezuwachs zu den Gewinnern, während Goldminenaktien im Schnitt ein Achtel ihres Werts einbüßten.
Das zeigt das aktuelle Fondsrating-Update von Scope. Die Ratingagentur hat die Bewertung von 7.333 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds aktualisiert. Die Rendite ist nur eine von drei Säulen im Scope-Rating. Die Note setzt sich laut Scope neben der Rendite zu gleichen Teilen auch aus Risiko und Kosten zusammen. 260 Produkte verbesserten sich, 269 schnitten schlechter ab als im Vormonat. Nach fünf Jahren am Markt wurden 70 Produkte erstmals bewertet, 17 aktive Fonds erhielten dabei ein gutes Rating. Ein Anleihe-Fonds für Schwellenländer erzielte sogar ein sehr gutes Rating.
Schroder ISF Global Gold: Top-Rating trotz schwächerem Halbjahr
Dass Rendite allein nicht über das Scope-Rating entscheidet, zeigt der Schroder ISF Global Gold (ISIN: LU1223082196). Er erhielt im Juni ein A-Rating, obwohl er im ersten Halbjahr 2026 stärker als die Peergroup abfiel: Die Vergleichsgruppe büßte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 6,46 Prozent weniger ein als der Schroders-Fonds, der zum 30. Juni 2026 bei minus 7,4 Prozent stand.
Den Ausschlag für die A-Note gab die Überperformance auf Dreijahressicht: Schroders-Anleger erzielten über die vergangenen drei Jahre 46,9 Prozent im Jahresschnitt, Anleger der Vergleichsgruppe kamen im selben Zeitraum auf 40,1 Prozent im Jahr.
Eleva European Selection: Rückkehr an die Spitze
Seit seiner ersten Bewertung durch Scope im Februar 2020 spielt der Eleva European Selection (ISIN: LU1111642820) in den oberen Ligen mit. Meist vergaben die Analysten von Scope ein solides B-Rating, gelegentlich gelang ihm auch der Sprung auf die höchste Ratingstufe. So wie in diesem Monat.
Die Zwölfmonatsperformance des Eleva European Selection liegt bei 24,5 Prozent und damit deutlich über der Rendite der Peergroup in Höhe von 16 Prozent. Auch auf 3-, 5- und sogar 10-Jahressicht schlägt der Fonds die Vergleichsgruppe. Das bezahlt der Anleger mit einem leicht erhöhten Risiko. Die Volatilität des Fonds beträgt auf Jahressicht rund 13,8 Prozent und liegt damit über der Vergleichsgruppe, die eine durchschnittliche Volatilität von rund 11,2 Prozent aufweist. Auch auf 3- und 5-Jahressicht weist der Fonds europäischer Titel eine erhöhte Volatilität auf – mit pro Jahr je rund 1,7 und 1,2 Prozentpunkten Überschuss.
Das Fondsvolumen der Anteilsklasse summiert sich mittlerweile auf rund 9 Milliarden Euro. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen zu Ende Juni 2026 ASML, ein Zulieferer für die Halbleiterindustrie, die italienische Großbank Unicredit und Rolls-Royce, das Antriebssysteme für Luft- und Raumfahrt fertigt.
Invesco Pan European High Income normalisiert sein Rating
Auch der Invesco Pan European High Income (ISIN: LU0243957239) zählt zu den Aufsteigern des Monats: Er wechselt von Note C auf B. Das Portfolio besteht größtenteils aus Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb Investment Grade (49,6 Prozent), Aktien (23 Prozent), Anleihen mit Investment-Grade (21,1 Prozent). Die United States Treasury Note (kurz T-Note) ist mit 1,6 Prozent die größte Anleiheposition. Größte Aktienposition (0,9 Prozent) ist die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Spaniens zweitgrößte Bank.
Über alle betrachteten Zeiträume liegt die Fonds-Rendite vor der Vergleichsgruppe – mit stabilen 2 Prozentpunkten Vorsprung. In den vergangenen drei Jahren erzielten Euro-Anleger mit Mischfonds Europa durchschnittlich 5,3 Prozent Rendite pro Jahr, mit dem Invesco-Produkt erzielten sie jährlich 7,1 Prozent Rendite. Auf 5-Jahressicht ist die Differenz zur Peergroup pro Jahr besonders bemerkenswert: Hier sammelten Anleger mit rund 3 Prozent pro Jahr gegenüber gerundet 1,4 Prozent pro Jahr eine rund doppelt so hohe Rendite ein.
Zwar müssen Anleger beim Invesco-Fonds eine höhere Volatilität und größere zwischenzeitliche Verluste in Kauf nehmen, die Spanne fällt jedoch vergleichsweise gering aus. Der maximale Verlust über fünf Jahre liegt um 0,7 Prozentpunkte höher als im Schnitt der Vergleichsgruppe. Bei der Volatilität über drei und über fünf Jahre beträgt der Abstand genau 0,2 Prozentpunkte pro Jahr.
Deka-Global Champions: größter Fonds unter den Downgrades
Unter den zehn größten Fonds mit Rating-Herabstufung sticht der Deka-Global Champions (ISIN: DE000DK0ECU8) durch sein Volumen hervor. Mit rund 15 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen ist er der mit Abstand größte Fonds, der im aktuellen Update ein schlechteres Rating erhielt. Nach der Herabstufung steht nun ein B-Rating, vor gut einem halben Jahr feierten die Portfoliomanager das Top-Rating A. Dennoch liegt er ungefähr unter den besten 10 Prozent in der Vergleichsgruppe, da er in der Peergroup Aktien Welt, die 977 Fonds umfasst, Rang 99 belegt.
Von schlechten Eltern ist der international investierende Deka-Fonds jedoch nicht. Seine Rendite übertraf die Vergleichsgruppe über alle Jahresvergleiche deutlich – mit Ausnahme des laufenden Jahres 2026. Die Volatilität ist dabei über alle Jahresvergleiche rund 1 bis rund 3 Prozentpunkte pro Jahr über der Vergleichsgruppe.
Wohingegen der maximale Verlust über drei Jahre rund 2 Prozentpunkte höher als in der Vergleichsgruppe ausfällt, ist er über fünf Jahre rund 2 Prozentpunkte niedriger. 2026 liegt er mit 6,3 Prozent recht deutlich unter der Rendite der Peer Group mit 10,1 Prozent. Das könnte den niedrigeren Rang begründen.
FI Institutional Emerging Markets HC: Einziges A-Rating trotz Risiko
Einen sensationellen ersten Auftritt im Scope-Rating legte der FI Institutional Emerging Markets Hard Currency Government Bond (ISIN: IE00BK8YCD01) hin. Die Scope-Analysten zeichnen den Schwellenländer-Anleihenfonds mit A aus. Er belegt zudem Rang 1 von insgesamt 48 in der Gruppe Renten Emerging Markets Staatsanleihen Hard Currency.
Das Fondsvolumen umfasst 10 Millionen Euro, eine vergleichsweise niedrige Summe. Die Analysten schätzen das Risiko entsprechend hoch ein: der Fonds erhält in dieser Kategorie 58 von 100 möglichen Punkten. Die Kosten des Fonds bewerten sie mit 76 Punkten. Doch die Rendite überzeugt verglichen mit anderen Fonds der Vergleichsgruppe mit 91 Punkten und begründet so das A-Ratings.
Die Rendite auf Jahressicht lag mit 13,6 Prozent leicht unter der Vergleichsgruppe mit rund 13,9 Prozent. Über drei und über fünf Jahre schlägt der Schwellenländer-Anleihe-Fonds jedoch die Peergroup um rund 1,6 Prozentpunkte im Jahresschnitt über drei Jahre und um rund 1,4 Prozentpunkte pro Jahr über fünf Jahre. Einziger Wermutstropfen: seit Auflage unterlag der Fonds der Peergroup knapp mit rund 1,1 Prozentpunkten pro Jahr.
Der FI-Fonds hat über 5 Jahre eine um 0,05 Prozentpunkte geringere Volatilität pro Jahr als die Peer Group. Auch der maximale Verlust über fünf Jahre fiel um rund Prozentpunkte geringer aus als der Durchschnitt aller Schwellenländer-Anleihenfonds.
Marktüberblick: US-Nebenwerte und Gesundheit vorn, Rohstoffe schwach im Juni
Ganz so heftig wie im Mai waren die Kursgewinne im Juni nicht. Die Renditen der lukrativsten Anlagegruppen bleiben im einstelligen Bereich und reichen von rund 3 bis rund 7 Prozent. Aktienfonds für US-amerikanische Nebenwerte und für internationale Gesundheitstitel liefen gemeinsam mit Titeln aus Indien (Platz 3) und China A-Shares, Festland, (Platz 4) am besten. Aktien der chinesischsprachigen Wirtschaftsregion (Aktien Greater China) belegten jedoch Platz 10 der Flop-Vergleichsgruppen und verloren im Juni 1,5 Prozent.
Aktienfonds für Gold und Edelmetalle belegten im Juni Platz 1 – jedoch in der Tabelle der Absteiger. Sie verloren 12,8 Prozent im Juni. In dem wenig erstrebenswerten Ranking folgten Rohstoffe. Sie belegten als Aktienfonds Platz 2 der Absteiger mit unrühmlichen minus 8,8 Prozent und als Direktinvestition Platz 3 mit minus 6,2 Prozent. Alternative Energiekonzerne liefen nicht sonderlich besser: sie folgten mit Platz 4 und fielen um 4,1 Prozent.
Scope-Ratingverteilung
Die Ratingagentur Scope bewertet aktuell 7.333 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Investmentfonds (UCITS). Das verwaltete Vermögen dieser Fonds summiert sich auf rund sechs Billionen Euro. Die Ratings verteilen sich wie folgt:
733 Fonds mit A-Rating (10,0 Prozent)
1.839 Fonds mit B-Rating (25,1 Prozent)
2.229 Fonds mit C-Rating (30,4 Prozent)
1.718 Fonds mit D-Rating (23,4 Prozent)
814 Fonds mit E-Rating (11,1 Prozent)
Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Es reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft, die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und Verlustrisiko.


