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Scope: So wird 2009

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Die Krise werde jedoch bis zu einem gewissen Grad wohl jedes Segment treffen, heißt es vom Scope-Chefanalysten Steffen Möller. Immobilienfonds, insbesondere mit Zielmarkt Deutschland, Photovoltaik-, Infrastruktur- und Waldfonds werden aber den Nerv der Anleger treffen. Blindpool-Konstrukte wie die Asienfonds, die vergangenes Jahr viel beachtet, aber nur wenig gezeichnet wurden, werden weiter auf Skepsis stoßen. Immobilien-Projektentwicklungen leiden unter der restriktiven Kreditvergabe der Banken. Möller: „Die Anleger wollen künftig verstärkt wissen, worin sie investieren.“ Das betreffe auch Private-Equity-Fonds, die schon 2008 von den Anlegern links liegen gelassen wurden. Infrastrukturfonds könnten hingegen von den geplanten Staats-Investitionen in Infrastrukturprogramme profitieren. Gerade in den USA bestehe großer Bedarf zur Instandsetzung. Auch Solarfonds können in der Krise auf eine Teilfinanzierung durch die KfW zurückgreifen. Steffen Möller sieht auch Waldfonds 2009 erneut erfolgreich, wenn sie sich dezidiert nachhaltig präsentieren. Bei Schiffsbeteiligungen rechnet er mit einem rückläufigen Volumen. Aber: „Langfristig sehe ich für die Containerschiffe wieder Chancen, vorausgesetzt, sie können langfristige Charterverträge bei einem bonitätsstarken Charterer aufweisen“. Keine Rolle werde 2009 der Lebensversicherungs-Zweitmarkt spielen. Leasingfonds, vor allem Flugzeugfonds, obwohl die Gewinner des Jahres 2008, werden 2009 jedoch von der Krise im Flugverkehr in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Zweitmarkt für geschlossene Fonds werde sich aufgrund der gesunken Anteilswerte rückläufig entwickeln. Wie schon 2008, wird auch 2009 die Fremdkapitalquote sinken. „Für den sicherheitsorientierten Investor ist das ein begrüßenswerter Effekt. Ob die dargestellten Renditen dabei konkurrenzfähig bleiben, wird sich zeigen“, so Möller. Er rechnet mit einem insgesamt weiter rückläufigen Emissionsvolumen, und in der Folge mit einer Konsolidierung bei den Emissionshäusern. Hiervon werden vor allem die großen Häuser profitieren, da Anleger wegen ihres gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses Fonds von großen und etablierten Emissionshäusern vermutlich bevorzugen würden. „Aber auch für kleinere Häuser, die in ihrem Feld führend sind und sich durch eine exzellente Produktqualität auszeichnen, sehe ich gute Chancen“, differenziert Möller. Abschließend gibt der Chefanalyst zu bedenken, dass Fondssegmente, die 2009 in der Anlegergunst zurückfallen, nicht zwangsläufig schlecht oder unrentabel sein müssen: „Besitzen die Anleger in der jetzigen Marktlage Mut und kühlen ökonomischen Sachverstand, bieten sich ihnen im laufenden Jahr – beispielsweise im Bereich Private Equity – durchaus lohnende Investments.“

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