Die US-Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) hat erstmals börsengehandelte Fonds, die direkt in Bitcoin investieren (Bitcoin-Spot-ETFs) genehmigt. Zu den Begünstigten gehören Branchengrößen wie Blackrock, Invesco und Fidelity sowie kleinere Wettbewerber wie Valkyrie.
Dieser Schritt wird als bedeutende Entwicklung für den etwa 1,7 Billionen US-Dollar schweren digitalen Vermögenssektor angesehen und erweitert den Zugang zur größten Kryptowährung Bitcoin für Anleger an der Wall Street und darüber hinaus.
Was man über Bitcoin-ETFs wissen muss
Ein Bitcoin-Spot-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der direkt in Bitcoin investiert und den aktuellen (oder „Spot“-) Preis von Bitcoin nachverfolgt. Im Gegensatz zu ETFs, die in Bitcoin-Futures investieren, hält ein Spot-ETF tatsächlich Bitcoin.
Wie bei einem traditionellen ETF können Anleger Anteile des Spot-ETFs an einer Börse kaufen und verkaufen. Der Preis der ETF-Anteile spiegelt den aktuellen Marktwert von Bitcoin wider, abzüglich etwaiger Gebühren oder Kosten, die der ETF für die Verwaltung und Lagerung der Bitcoins erhebt. Dies ermöglicht es Anlegern, an der Preisentwicklung von Bitcoin teilzuhaben, ohne direkt Bitcoins kaufen, speichern oder verwalten zu müssen.
Die Anbieter müssen laut gesetzlichen Auflagen die Bitcoins getrennt vom Vermögen der Investmentgesellschaft aufbewahren. So ist der ETF als Sondervermögen vor einer möglichen Insolvenz des Anbieters geschützt und Anleger können ein Emittentenrisiko ausschließen.
Die Genehmigung der SEC erfolgte nach langjähriger Opposition, die bis zu den ersten Vorschlägen für einen Bitcoin-ETF durch Tyler und Cameron Winklevoss im Jahr 2013 zurückreicht. Jedoch änderte sich das Momentum durch die Antragstellung von Blackrock im Juni 2023 und ein nachfolgendes Berufungsgerichtsurteil, das eine vorherige Ablehnung der SEC als „willkürlich und launisch“ bezeichnete. Diese Entwicklungen führten in den vergangenen Monaten zu einem starken Anstieg des Kryptowährungsmarktes, allen voran Bitcoin.
Insgesamt wurden im ersten Aufschlag bei der SEC Anträge für folgende ETFs gestellt (alphabetische Reihenfolge): Ark 21Shares Bitcoin ETF, Bitwise Bitcoin ETF, Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund, Franklin Bitcoin ETF, Grayscale Bitcoin Trust, Hashdex Bitcoin ETF, Invesco Galaxy Bitcoin ETF, iShares Bitcoin Trust, Valkyrie Bitcoin Fund, Vaneck Bitcoin Trust, und Wisdom Tree Bitcoin Fund.
Preiskampf und Skepsis beim Bafin-Chef
Bereits vor der Genehmigung durch die SEC entbrannte ein Preiskampf bei den angekündigten Bitcoin-Spot-ETFs. So reduzierte Blackrock, der größte Vermögensverwalter weltweit, die Gebühr für seinen iShares Bitcoin Trust von 0,3 auf 0,25 Prozent. Cathie Wood von Ark Invest, die zusammen mit 21Shares einen Bitcoin-ETF startet, senkte die Gebühren für ihren geplanten ETF von 0,25 auf 0,21 Prozent.
In Deutschland sind die Bitcoin-ETFs vorerst nicht verfügbar, die Zulassung bezieht sich ausschließlich auf die USA.
Mark Branson, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), sagte bereits im November 2023 in einem Gespräch mit der „Zeit“: „Hierzulande müssen solche Fonds immer in mehrere Werte investieren. Ein ETF, der nur Bitcoin enthält, wäre nicht zulässig“ Geschäfte mit Bitcoin oder ähnlichen digitalen Vermögenswerten seien seiner Ansicht nach hochspekulativ - dementsprechend sieht er auch Bitcoin-ETFs kritisch.
Deutsche Privatanleger können somit vorerst weiter nur über Kryptobörsen wie Coinbase Bitcoins kaufen oder alternativ in ETPs und ETNs investieren, welche die Preise des Bitcoins abbilden. Hierbei handelt es sich jedoch um Schuldverschreibungen, im Fall einer Insolvenz ist das Kryptovermögen somit nicht geschützt.
Bitcoin und die vielfältigen Risiken
Trotz der Genehmigung von Bitcoin-Spot-ETP-Anteilen betonte SEC-Vorsitzender Gary Gensler, dass dies nicht als Billigung von Bitcoin selbst angesehen werden sollte. „Obwohl wir heute die Notierung und den Handel bestimmter Bitcoin-ETPs genehmigt haben, haben wir Bitcoin weder genehmigt noch befürwortet“, sagte der SEC-Vorsitzende Gary Gensler in einem Statement. „Anleger sollten weiterhin vorsichtig sein, was die unzähligen Risiken angeht, die mit Bitcoin und Produkten, deren Wert an Kryptowährungen gebunden ist, verbunden sind.“ Aus formaler Sicht stehe den ETFs jedoch nichts im Weg.
Die SEC hob hervor, dass frühere Ablehnungen auf Bedenken beruhten, dass kein regulierter Markt den Bitcoin-Handel ausreichend überwachen könnte, um Betrug und Manipulation zuverlässig zu erkennen.

