Seit Einführung von negativen Zinsen

Sind der Skatbank eigentlich die Kunden weggerannt?

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Als die Skatbank im Herbst vergangenen Jahres Strafzinsen auf große Geldeinlagen von einführte, war das Geschrei groß. Denn auch wenn die Strafgebühren auf den ersten Blick nicht besonders hoch erscheinen - 0,25 Prozent auf Einlagen ab 500.000 Euro, wenn der Kunden insgesamt mindestens drei Millionen Euro bei der Bank parkt - hatte dieser Schritt eine Signalwirkung. Schließlich dürften sich Kunden zwar mittlerweile daran gewöhnt haben, kaum Zinsen auf ihre Geldeinlagen zu bekommen. Doch Gebühren dafür zahlen, dass man der Bank sein Geld leiht, sei definitiv zu viel, meinten viele Beobachter. Sie rechneten damit, dass die Kunden sich auflehnen, ihre Gelder abziehen und zur Konkurrenz wechseln würden.

Und nun? Nichts von alledem ist passiert, meint Holger Schmidt. „Unsere Kunden haben weniger aufgeregt reagiert als die Medien“, erklärt der Skatbank-Chef im Interview mit der F.A.Z.  So habe die Bank weder massenhafte Bargeldabhebungen registriert noch Abwanderungen von Kunden erlebt.

Ganz im Gegenteil: Der Pionier im Niedrigzinsumfeld ist bekannt geworden und will dies für den Vertrieb neuer Produkte nutzen. Nach dem Flatrate-Girokonto, das man um bis zu 2.500 Euro gebührenfrei überziehen kann, plant das Finanzinstitut nun einen Familienkredit. Dabei handelt es sich nach F.A.Z-Angaben um einen Ratenkredit, bei dem die Familie elternzeitbedingt ein Jahr mit Ratenzahlungen aussetzen kann. Außerdem gibt es jeweils 50 Euro Prämie für Hochzeit, Geburt eines Kindes oder einen Umzug. 

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