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in AnalysenLesedauer: 3 Minuten

Seitwärtsbewegung Gold profitiert von den gefallenen Realzinsen – noch

Björn Block, Investment Officer bei Marcard, Stein & Co.
Björn Block, Investment Officer bei Marcard, Stein & Co.

Gold konnte in diesem Jahr bisher im Kurs zulegen, denn die Realzinsen sind kräftig gefallen. Gemessen an den hohen politischen Risiken war der Goldpreisanstieg aber moderat. Es scheint so zu sein, dass das gelbe Metall als Krisenwährung momentan weniger gefragt ist. Weder die Zuspitzung des Handelsstreits zwischen China und den USA noch der zwischenzeitliche Anstieg der Zinsaufschläge auf italienische Anleihen haben tiefere Spuren hinterlassen.

Unserer Einschätzung nach sind es zwei Gründe, die momentan gegen einen noch stärkeren Goldpreis sprechen. Zuerst lohnt ein Blick auf die Entwicklung der systemischen Risiken, die wir kontinuierlich auswerten. Weder in den USA noch im Euroraum ist ein stärkerer Anstieg zu erkennen. Die politischen Risiken führen bisher nicht zu einem stärkeren Anstieg der Systemrisiken. Dies zeigt ein Blick auf die von uns verwendeten Zeitreihen zur Messung systemischen Stresses am Kapitalmarkt.

Für den Euroraum verwenden wir einen Indikator der EZB, für die USA eine Zeitreihe der regionalen Notenbank Federal Reserve Bank of St. Louis. Beide Indikatoren beruhen auf Daten vom Kapitalmarkt und signalisieren geringe Risiken im Finanzsystem, was Gold als Anlageklasse zur Wertsicherung in Krisenzeiten weniger attraktiv macht.

Ein weiterer Grund für die relativ verhaltene Goldpreisentwicklung in der ersten Jahreshälfte dürfte in der Stärke des US-Dollar zu finden sein. Gold wird traditionell als Ersatzwährung betrachtet und neigt zur Schwäche, wenn der US-Dollar aufwertet. Denn erstens senkt dies die Kaufkraft ausländischer Käufer und damit auch deren Nachfrage nach Gold.

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