Champagner-Laune beim Börsengang der Krypto-Plattform Coinbase Foto: Imago Images / UPI Photo

Robert Halver zu Bitcoin & Co.

Selbst überfliegende Kryptowährungen sind nicht vor irdischen Problemen gefeit

In der bekanntesten Weltraumserie aller Zeiten dringt das Raumschiff Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ähnlichkeiten mit Kryptowährungen sind unverkennbar. „Faszinierend“ hätte wohl Mr. Spock dazu gesagt. Doch hatten Captain Kirk und seine Mannschaft nicht immer freie Flugbahn. Und da sind auch Bitcoin & Co. keine Ausnahme.

In einer inflationären Welt haben Kryptowährungen deflationären Wert

Technisch ist der Bitcoin auf ein Maximum von 21 Millionen Stück beschränkt. Zwar könnten seine Jünger theoretisch eine erhöhte Menge zulassen, aber dann würden sie sich ohne Not der Gefahr von Kursverlusten aussetzen. Genau dieses Knappheitsargument verleiht ja dem Bitcoin seinen Stabilitätscharakter als Wertspeicher gegenüber beliebig vermehrbarem Geld, das den Kryptos wiederum als Brandbeschleuniger dient.

Ohnehin verfolgen die großen Krypto-Käufer eine konsequente Buy and Hold-Strategie. Wie Dagobert Duck seine Golddukaten erwerben institutionelle Anleger und natürlich Mr. Musk von Tesla umfangreich Kryptos, um sie langfristig zu halten. Nichts wird abgegeben. Und wenn die Nachfrage der Überzeugungstäter steigt, das Angebot aber nicht mithält, scheint der Kryptomarkt nach unten gut abgesichert zu sein.  

Bitcoin & Co. haben gegenüber der alternativen Stabilitätsanlage Gold auch noch einen technischen Vorteil: Vom Aufwand her ist der Erwerb und die Lagerung virtueller Kryptos einfacher als bei Edelmetallen in physischer Form.  

Nicht zuletzt werden Kryptowährungen immer greifbarer. Der Börsengang von Coinbase als größter US-Handelsplattform für Kryptowährungen war ein besonderer Meilenstein. Wenn das Unternehmen schlau ist, wird es nicht nur Handelsplattform bleiben, sondern zunehmend als Krypto-Bank auftreten. Krypto-basierte Kreditkarten, Sparpläne und Darlehen sind ebenso anzubieten wie Vermögensverwaltung.

Zudem sind die Anlagemöglichkeiten mittlerweile mundgerecht. Otto Normal-Anleger können über Börsen-Apps viele gängige Kryptos handeln oder mit Anlageinstrumenten an der Wertentwicklung 1 zu 1 teilnehmen, ohne sie besitzen zu müssen.

Ja, vor diesem Hintergrund scheinen die Kryptowährungen völlig schwerelos wie ein Raumschiff durch den unendlichen Weltraum der Finanzen zu sausen.  

Der Erdanziehung entkommen Kryptowährungen nur als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel

Um jegliche Schwerkraft zu überwinden, müssen Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Zwar kann man vereinzelt, z.B. bei Tesla, mit Bitcoin bezahlen. Von einem Massenphänomen ist man aber weit entfernt. Da Kryptowährungen eine Blackbox sind, bei der niemand weiß, was darin wirklich passiert, ist die Kursentwicklung zu volatil. 

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