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Aktien-Tipp vom Vermögensverwalter Rendite-Vollgas mit Ferrari – diese Chancen bietet die Luxusmarke

Event von Ferrari in Rom
Event von Ferrari in Rom: Der italienische Sportwagenhersteller verfügt über eine starke Marke mit loyalem Kundenstamm. | Foto: Imago Images / Independent Photo Agency

Ferrari weist im Rahmen der Megatrends ein hohes Potenzial auf. Zu den wichtigsten Faktoren zählen dabei vor allem das Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern, eine gute geografische Diversifizierung, eine starke Nachfrage in den Endverbrauchermärkten in den nächsten Jahren, die Diversifizierung der Geschäftsmodelle innerhalb der von uns gehaltenen wachstums- und ertragsstarken Unternehmen sowie ein Wachstumsprofil, das zunehmend an Dynamik gewinnt.

Hier ist Ferrari gut positioniert, um in den kommenden zehn Jahren vom Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern zu profitieren, da dort die Zahl der vermögenden Privatpersonen am schnellsten zunimmt. Darüber hinaus ist Ferrari in das Segment der Elektrofahrzeuge eingestiegen, indem es den Hybridmarkt erschlossen hat. Das erste Hybridfahrzeug, der SF90 Stradale, ist das meistverkaufte Modell des Autobauers. 2024 soll dann das erste vollelektrische Modell auf den Markt kommen.

 

Der Großteil der Einnahmen und Gewinne von Ferrari stammt aus den USA und Europa. Das Unternehmen ist jedoch auch zunehmend in den Schwellenländern, insbesondere in China, präsent. So ist der neue Purosangue SUV ein wichtiger Schritt zur Ausweitung des Geschäfts auf dem chinesischen Markt für Luxusfahrzeuge, wo sowohl Luxus als auch Komfort gefragt sind.

Ferrari hat eine überlegene Preissetzungsmacht

Ferrari konzentriert sich ausschließlich auf den Markt für Luxusautos der obersten Preisklasse. Diese Ausrichtung ist wichtig, um den Wert der Marke zu erhalten. Das Unternehmen arbeitet zudem mit einem engen Angebots- und Nachfragemodell, welches Exklusivität und Knappheit aufrechterhält, und verfügt dadurch über eine überlegene Preissetzungsmacht. Wir schätzen, dass das Unternehmen in der Lage ist, für seine Produkte einen Preisaufschlag von durchschnittlich ca. 25 bis 75 Prozent gegenüber dem nächstbesten Wettbewerber in der Kategorie der High-End-Sportwagen zu erzielen. Auch die limitierten Modelle verdeutlichen, dass das Unternehmen einen erheblichen Preisaufschlag für Modelle verlangen kann, die als Sammlerstücke gelten.

Die starke Produktnachfrage, die limitierte Produktion und die Treue der Kunden – der Ferriaristi – sorgen für eine konstante Nachfrage. Durch den verstärkten Einsatz ihrer Special-Service- und Icona-Plattformen kann das Unternehmen seinen durchschnittlichen Verkaufspreis, der bereits einen erheblichen Aufschlag gegenüber anderen Luxuswagenherstellern darstellt, weiter erhöhen.

 

Im Laufe der Jahre hat Ferrari auch seinen Ansatz zur Kundensegmentierung verfeinert. Beispielsweise richtet sich das Unternehmen mit seinen Modellen an ein breites Spektrum von Altersgruppen, um frühzeitig jüngere Kunden zu gewinnen. Auch die geografische und geschlechtsspezifische Vielfalt des neuen Kundenstamms soll durch das Angebot einer breiteren Palette von Modellen erhöht werden.

ESG-Ansatz: 2025 kommt das erste rein elektrische Auto

Der ESG-Ansatz des Unternehmens war ein wichtiger Schwerpunkt unseres Engagements, insbesondere die CO2-Bilanz und die Nutzung fossiler Brennstoffe. Benzinmotoren sind für die Marke von zentraler Bedeutung, aber unsere eigene ESG-Risikoanalyse hat potenzielle regulatorische Risiken aufgezeigt. Dies spiegelt den Druck wider, dem Ferrari durch die Verschärfung der Emissionsstandards und die Einführung klarer Fristen für den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren in einer wachsenden Zahl von Märkten ausgesetzt ist.

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Um seine Emissionen zu reduzieren, hat das italienische Unternehmen im Jahr 2020 sein erstes Hybridmodell, den SF90 Stradale, auf den Markt gebracht, das derzeit das meistverkaufte Modell des Unternehmens ist. Inzwischen hat das Unternehmen vier Hybridmodelle im Portfolio, und das erste reine Elektroauto ist für 2025 geplant (und soll 2024 vorgestellt werden). Die Unternehmensleitung hat sich verpflichtet, bis 2030 eine Produktpalette anzubieten, die zu 40 Prozent aus Elektro- und zu 40 Prozent aus Hybridmodellen besteht. Im Jahr 2026 sollen Hybrid- und Elektrofahrzeuge dann 60 Prozent der Produktpalette ausmachen (55 Prozent Hybrid/ 5 Prozent Elektro). 

 

Um dieses Ziel zu erreichen, wird im Werk Maranello ein neues „E-Gebäude“ und eine Lackiererei für die Produktion von Elektrofahrzeugen gebaut. Mit einem Budget von 1,25 Milliarden Euro wird dies die Herstellung von Hauptkomponenten, einschließlich Batteriepacks, und die Fahrzeugmontage abdecken. Wir glauben auch, dass die Größe der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Ferrari und das technologische Know-how das Unternehmen dabei unterstützen werden, den Übergang zur Elektrifizierung langfristig erfolgreich zu meistern.

Der neue Ferrari-SUV und der chinesische Markt

China macht rund 9 Prozent des Umsatzes und Gewinns von Ferrari aus. Neben anderen asiatischen Ländern ist China das Land mit dem höchsten Wachstum an vermögenden Privatpersonen. Ferrari ist auf diesem Markt unterrepräsentiert, hat aber mit der Einführung seines ersten SUVs im Jahr 2022, dem Purosangue, das Potenzial für ein größeres Wachstum. Dies ist eine spannende Entwicklung, die die Produktpalette um einen echten Viersitzer erweitert und einen wichtigen Teil der Nachfrage auf dem Automobilmarkt bedient.

Für China ist es wichtig zu wissen, dass vermögende Privatkunden, sogenannte High Net Worth Individuals (HNWIs) sowohl Luxus als auch Komfort schätzen und es oft vorziehen, sich von einem Fahrer chauffieren zu lassen, anstatt sich selbst hinter das Steuer zu setzten. Dieses Modell bietet all diese Eigenschaften für den chinesischen Markt und verbindet sie mit dem Namen Ferrari.


Über den Autor:
Zehrid Osmani ist Portfoliomanager beim britischen Investmenthaus Martin Currie und verantwortlich für den Fonds FTGF Martin Currie European Unconstrained.

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