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Serie Fonds-Perlen: absoluter Vermögenserhalt

Markus Wedel von WHC
Markus Wedel von WHC
Kein einziges Geschäftsjahr mit Verlust, seit 75 Jahren. Eine deutliche Unterbewertung und eine Dividendenrendite von 6,4 Prozent. Das norwegische Bauunternehmen Veidekke ist ganz nach dem Geschmack von Markus Wedel.

„Erreicht der Kurs-Buchwert auch nur seinen langfristigen Durchschnitt, bedeutet das schon ein Plus von 30 Prozent“, so der Berater des Absolute-Return-Fonds WHCGlobal Discovery.

WHC steht für Wedel Hanseatic Capital. Wedel hat das Fondskonzept entwickelt und übernimmt für die Hamburger Fondsboutique Aramea die Titelauswahl. Die Bewertungslücke allein reicht ihm dabei noch nicht, um bei Veidekke einzusteigen.

Er will sich in langfristige Trends und Themen einkaufen. „Diese führen oft zu strukturellem Wachstum, das sich unabhängiger von Konjunkturzyklen entwickelt.“

Auch in Norwegen hat Wedel so ein Thema entdeckt: der Ausbau der Infrastruktur. „Norwegens Straßenqualität liegt weltweit auf Platz 84, hinter Indonesien.“ Dank seines Ölreichtums und der daraus resultierenden Budget- und Außenhandelsüberschüsse führt Norwegen in Europa ein Inseldasein.

Wedel: „Das Bruttosozialprodukt ist der Haupttreiber für den Auftragseingang in der Bauindustrie. Und die norwegische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres um 4,1 Prozent gewachsen.“

In den kommenden Jahren seien Steigerungsraten von über 10 Prozent für Infrastrukturprojekte geplant. Wedel darf grundsätzlich alles kaufen, was der Kapitalmarkt zu bieten hat: Aktien, Anleihen, Pfandbriefe, Genussscheine, Gold und Derivate.

Wichtig ist ihm vor allem eines: Risikobegrenzung. Er will das Vermögen der Investoren auf Sicht von ein bis drei Jahren mindestens erhalten, nach Inflation. „Das heißt aber nicht, dass ich das Portfolio komplett absichere.“ Er glätte den Kursverlauf vor allem mit der Beimischung von Zinspapieren, Gold und Derivaten.

Belastungsprobe bestanden


Hat ihn ein Unternehmen überzeugt, sucht er im Anschluss unter Chance-Risiko- Aspekten die beste Art der Investition: Aktie, Anleihe, Genussschein oder Derivat. Findet er keine attraktiven Papiere, darf er auch bis zu 100 Prozent Kasse halten.

Derzeit liegen dort 55 Prozent. „Darin enthalten sind fast 5 Millionen Euro offene Short-Put-Kontrakte“, so Wedel. Er hat sich also verpflichtet, die jeweilige Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis abzunehmen.

Wedel: „So versuche ich, billiger an Aktien zu kommen.“ Bei Ausübung sei der Cash-Bestand nur noch 3,1 Millionen Euro groß (rund 13 Prozent). „Kein hoher Liquiditätsbetrag für einen Fonds mit meinem Ansatz.“

Seine erste Belastungsprobe hat er schon hinter sich: Um 30 Prozent rutschte der Dax im Sommer 2011 in die Tiefe. Der WHC-Global Discovery verlor im selben Zeitraum nur 3 Prozent.

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