Fondsmanager Hendrik Leber

Fondsmanager Hendrik Leber

Serie Fonds-Perlen: Acatis Aktien Deutschland ELM

//
Mit 50.000 Mark und 15 Aktien fing alles an. Vor zehn Jahren testete Anlageberater Frank Lübberstedt seine eigene Anlagestrategie zum ersten Mal mit einem privaten Deutschland-Depot. Dann platzte die Technologieblase. Lübberstedt kam mit plus/minus null davon, während viele professionelle Fondsmanager zweistellige Verluste einfuhren. „Das hat mich 2002 auf die Idee gebracht, aus meinem Testdepot einen professionellen Fonds zu machen“, sagt Lübberstedt. Gedacht, getan: Im Januar 2003 wurde der Acatis Aktien Deutschland ELM bei Wallberg Invest, damals noch IP Concept, in Luxemburg aufgelegt. Mit 30 Aktien geht die Erfolgsgeschichte seitdem weiter. Seit Auflegung hat der Deutschland-Fonds im Schnitt ein Plus von 12 Prozent pro Jahr erzielt. Einziger Ausrutscher: 2007. „Damals lagen wir 22 Prozentpunkte hinter unserem Vergleichsindex, dem Cdax. Innerhalb kurzer Zeit flossen 50 Prozent des Fondsvolumens ab, und wir mussten massiv Aktien verkaufen“, so Lübberstedt. Daraus habe man gelernt: „Inzwischen können wir innerhalb einer Woche die Hälfte des Fondsvolumens liquidieren ohne größere Auswirkungen auf den Anteilspreis.“ Lübberstedt berät Fondsmanager Hendrik Leber von Acatis bei der Aktienauswahl. „Einmal im Monat diskutieren wir einen Tag lang über die Titel im Portfolio und mögliche Zu- und Abgänge“, erklärt Lübberstedt. „Mein Vorteil ist, dass ich auch deutlich kleinere Firmen analysiere als jene, die bei Acatis in der Datenbank sind.“ Lübberstedt ist schon lange im Geschäft: 1995 hat er mit Andreas Ehrke die Anlageberatung Ehrke & Lübberstedt gegründet. „Wir bevorzugen Firmen mit starken Bilanzen, viel Liquidität und einem konservativ arbeitenden Management“, so Lübberstedt. Das Kürzel ELM im Fondsnamen steht für genau diese Strategie: E wie ertragsstark, L wie liquide und M wie gutes Management. Am liebsten kaufen Leber und Lübberstedt unterbewertete Weltmarktführer in Nischenmärkten. Lübberstedt: „Sehr häufig sind das inhabergeführte Firmen des deutschen Mittelstands.“ Als Beispiel nennt er Leifheit, bekannt für Wäschetrockner, Dosenöffner und Bodenwischer. „Von 2002 bis 2007 steckte Leifheit in einer Krise.“ Inzwischen seien die Zahlen wieder genauso gut wie zuvor. Nur der Markt habe das nicht erkannt. Lübberstedt: „Der Kurs ist noch 50 bis 70 Prozent von den alten Hochs entfernt.“

Mehr zum Thema