Quelle: Istock

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Serie Fonds-Perlen: Kleiner Latino auf Speed

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Will Landers hat sich selbst geschlagen. Der Blackrock-Manager ist verantwortlich für zwei Latino-Fonds, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Da ist einmal der Latin American Fonds, über 6 Milliarden Dollar schwer, seit 1997 auf dem Markt, ein Fidelity European Growth Südamerikas mit den Rohstoff-Giganten Petrobras und Vale vorneweg und den üblichen Börsenschwergewichten auf den Plätzen. Von träger Masse allerdings keine Spur: Im vergangenen Jahr lieferte der Latino-Laster über 110 Prozent Performance frei Haus, 30 Prozentpunkte mehr als der Vergleichsindex MSCI Lateinamerika.

Diese beachtliche Leistung stellt ein 2007 aufgelegter Junior jedoch frech in den Schatten. Angesichts der Krise weder von Anlegern bemerkt noch von Blackrock beworben, fliegt der Latin American Opportunities förmlich übers südamerikanische Parkett. Mit knapp 21 Millionen Euro und absoluten Freiheiten ausgestattet, muss sich Landers an keinem Vergleichindex festhalten, er muss keine Unternehmensgröße beachten, und er kann ein hoch konzentriertes Portfolio mit rund 30 Titeln überschauen. Im Börsenjahr 2009 kam der kleine Latino auf Speed: über 190 Prozent bis Mitte Dezember. Fast doppelt so viel wie der große Bruder.

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Grenzenlose Freiheiten, kein Index Zwar lässt sich ein Schwertransporter nur bedingt mit einem wendigen Sportwagen vergleichen. Doch überzeugende Gründe, den kleinen Opportunities-Fonds zu meiden und stattdessen das Flaggschiff zu wählen, gibt es nicht. Lateinamerikanische Nebenwerte, die Landers für den Opportunities sucht, sind keineswegs immer Leichtgewichte aus heiklen Nischen; bis zu 7 Milliarden Dollar Börsenwert können die Unternehmen haben.

Größter Vorteil des Opportunities ist jedoch die Freiheit des Managements. Landers muss nichts und darf alles, und das nutzt er aus. Mexikanische Unternehmen gewichtet er stark unter, um fast 12 Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichsindex. Im großen Fonds achtet er dagegen darauf, dass Index und Portfolio im Gleichgewicht bleiben. Umso massiver ist Landers im Opportunities in Brasilien unterwegs. 82 Prozent des Portfolios liegen am Zuckerhut. Jedoch nicht in Rohstoffunternehmen. Dort ist er mit einem Anteil von 3 Prozent 22 Prozentpunkte vom Index entfernt. Stattdessen gibt es zu mehr als 40 Prozent brasilianische Immobilien- und Industrieunternehmen, die die Nachfrage des lokalen Marktes bedienen.

Eine Idee, wo der brasilianische Leitindex Bovespa Ende 2010 stehen könnte, liefert Landers auch: bei rund 88.000 Punkten. Gut 30 Prozent mehr als Ende Dezember 2009.

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