Holger Schmitz

Holger Schmitz

Serie Fonds-Perlen: Kostolanys Musterschüler

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Viele Finanzexperten fingen klein an. Aber nicht Holger Schmitz. 1988 stieg der frischgebackene Betriebswirt als leitender Mitarbeiter bei der Münchner Fiduka Depotverwaltung ein. Sein Chef und Ausbilder: die Börsenlegende André Kostolany. Mehr als 20 Jahre und zwei selbst gegründete Vermögensverwaltungen später zeigt sich, dass die fünfjährige Lehrzeit beim Börsenguru nicht umsonst war: Der Flaggschiff-Fonds des Gründers von Schmitz & Partner Privates Depotmanagement und Schmitz & Cie. Individuelle Fondsberatung kam weitgehend unbeschadet durch die Finanzkrise. „2+2 = 5–1“, zitiert Schmitz seinen Lehrherrn Kostolany. Soll heißen: An der Börse kommt es immer so, wie es kommen muss – nur manchmal dauert es ein bisschen länger. Daher hält Schmitz nichts davon, bei fallenden Kursen seine Aktien zu verkaufen, um anschließend zu tieferen Preisen wieder einzusteigen. Denn sowohl der Verkaufs- als auch der Kauf-Zeitpunkt müssten richtig vorhergesagt werden. Dies gelinge jedoch niemandem dauerhaft. Viel wichtiger sei es, langfristig investiert zu sein. Oder mit Kostolanys Worten: „Aktien kaufen und Baldrian trinken, wenn man wieder aufwacht, hat man Geld verdient.” Geld und Gold So einfach macht es sich Schmitz zwar nicht. Sein Dachfonds Schmitz & Partner Global Defensiv darf in Krisenzeiten das gesamte Fondsvolumen in Geldmarktanlagen halten – eine Möglichkeit, die Schmitz während der Finanzkrise 2008 bis 2009 genutzt hat. Keine schlechte Entscheidung: Während der gesamte Markt abstürzte, gab es seit der Auflegung im Mai 2008 kein Quartal, in dem Schmitz’ Fonds ins Minus rutschte. 2010 legte der Fonds 11,4 Prozent zu, bei einer Volatilität von lediglich 4,6 Prozent.  Auch der recht hohe Anteil an Gold, Silber und Edelmetall-Fonds passt zur defensiven Ausrichtung: „Edelmetalle bringen zwar keine Zinsen, können aber langfristig die Kaufkraft erhalten“, sagt Schmitz. Knapp 15 Prozent des Portfolios machen Gold und Silber aus. An eine Goldblase glaubt Schmitz nicht. „Davon sind wir noch weit entfernt“, sagt er. „Oder sind Sie schon mal auf der Straße auf Goldinvestments angesprochen worden?“

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