Franz Weis managt den Comgest Growth Europe zusammen <br> mit Arnaud Cosserat und Laurent Dobler.

Franz Weis managt den Comgest Growth Europe zusammen
mit Arnaud Cosserat und Laurent Dobler.

Serie Fonds-Perlen: „Wir kaufen nicht Europa“

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16 Prozent Gewinnwachstum pro Jahr seit 15 Jahren. Von Krise keine Spur, ein Ende nicht in Sicht. So sieht das Wachstum aus, das die Fondsmanager Arnaud Cosserat, Laurent Dobler und Franz Weis von Comgest suchen.

Die Zahlen stammen von der französischen Essilor, der größten Position im Portfolio des Comgest Growth Europe. Essilor ist Weltmarktführer in der Herstellung von Brillengläsern. „Die Firma profitiert von der alternden Bevölkerung in Europa und den USA, aber auch von der wachsenden Mittelschicht in den Schwellenländern, allen voran in China“, erklärt Weis. Das seien langfristige, konjunkturunabhängige Wachstumstreiber. Dennoch ist Essilor, wie die meisten Firmen im Portfolio, derzeit unterbewertet. Weis: „Auch wenn im Gewinnverlauf keine Krise zu sehen ist, die Investoren glauben das einfach nicht.“

Ein überdurchschnittliches langfristiges Gewinnwachstum (Weis: „Die unterste Grenze ist 10 Prozent pro Jahr über fünf Jahre“) ist eines der Hauptkriterien bei der Titelauswahl. Außerdem sollten die Firmen eine Kapitalrendite von über 15 Prozent ausweisen und keine kurzfristigen Gewinnenttäuschungen liefern („Ein schlechtes Jahr kann natürlich mal passieren, kommt auf den Grund an“).

Weltweite Marktführer gesucht

In ganz Europa gibt es laut Weis derzeit 75 dieser Firmen. „Davon suchen wir 25 bis 30 für den Fonds aus.“ Zu konzentriert? „Nein, das ist ein gut gestreutes Portfolio. Es würden schon 12 bis 15 Werte reichen.“ An einem Index orientiert sich das Management-Trio nicht. „Die Abweichung von einer Benchmark ist keine Risikoquelle. Risiko ist für uns, ob die Unternehmen Gewinne erzielen oder nicht. Darauf verwenden wir unsere Energie“, so Weis.

Konzepte, Börsengänge und Firmen ohne Gewinn-Historie kommen nicht infrage. Weis: „Wir nehmen uns viel Zeit für die Analyse, deshalb verpassen wir auch mal zwei, drei Jahre Performance.“ Und Europas Wirtschafts- und Finanzkrise? „Ist für uns kein Problem. Wir kaufen nicht Europas Wachstum, sondern Firmen, die zufällig ihren Sitz in Europa haben.“ Von den 30 Firmen im Portfolio seien 28 weltweite Marktführer. „50 Prozent der Umsätze werden außerhalb Europas erzielt.“ Der Fonds ist damit sehr defensiv. „In steigenden Märkten hinken wir deshalb auch mal hinterher, was aber nicht heißt, dass wir keine Gewinne machen“, so Weis.

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