Service-Studie

Die 15 besten Filialbanken zur Baufinanzierung

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Ein niedriges Zinsniveau garantiert noch kein gutes Baufinanzierungsangebot. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), nachdem es 15 Filialbanken untersucht hat. Demnach können die persönlichen Beratungen insgesamt überzeugen, es gibt aber teils erhebliche Unterschiede bei den Finanzierungsvorschlägen und Schwankungen bei den Zinsen.

Das größte Einsparpotenzial zeigt sich bei einer Sofortfinanzierung mit 15 Jahren Laufzeit und zwei Prozent Tilgung. Der Unterschied beträgt zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter 0,98 Prozentpunkte (Effektivzins: 1,74 bis 2,72 Prozent). Auch bei zehnjähriger Laufzeit betrug die maximale Abweichung noch 0,92 Prozentpunkte. Hier offerieren die günstigsten Anbieter einen Effektivzins von 1,22 Prozent.

Berater kompetent, aber nicht immer überzeugend


Die Bankmitarbeiter beweisen häufig ihre Kompetenz und analysieren die Lebens- und Finanzsituation der Kunden oft detailliert. Auch die Verständlichkeit der Beratungen ist meist gegeben. Verbesserungswürdig zeigt sich aber die Bedarfsanalyse. So wird das Anliegen des Kunden nicht immer in den Mittelpunkt gestellt:

Im Test werden beispielsweise deren individuellen Wünsche und Vorstellungen nur in rund einem Drittel der Gespräche erfragt. „Die Beratungskompetenz überzeugt - die im Gespräch aufgezeigten Lösungen allerdings weniger. Die Abschlussbereitschaft der Kunden fällt in fast 40 Prozent der Beratungen entsprechend gering aus", sagt Markus Hamer, Geschäftsführer des DISQ.

Teils lückenhafte Finanzierungsvorschläge


Licht und Schatten auch bei den schriftlichen, ausgehändigten Angeboten: Der Finanzierungsbedarf wird fast immer richtig eingeschätzt (in gut 92 Prozent der Fälle); auch Basisinformationen zum Kredit, wie Zins- und Tilgungssatz, Effektivzins, Ratenhöhe und Zinsbindungsdauer sind stets enthalten. Dennoch zeigt der Umfang des Finanzierungsvorschlags Defizite: In knapp einem Drittel der Fälle werden die Kaufnebenkosten nicht ermittelt. Zudem werden im Test nur in knapp 60 Prozent der Angebote Förderprogramme berücksichtigt. „Die Filialbanken sind im Mix aus Beratung und Konditionen zwar insgesamt gut aufgestellt. Der Test deckt aber auch deutliches Verbesserungspotenzial auf", sagt Hamer

Das Gesamtergebnis

Mit 87,8 von 100 Punkten erzielte die Hypovereinsbank das beste Ergebnis. Auf den folgenden Plätzen liegen:
  • 2. Targobank (84,4 Punkte)
  • 3. Commerzbank (82,2)
  • 4. Hamburger Volksbank (81,0)
  • 5. Santander Bank (78,2)
  • 6. Postbank (75,6)
  • 7. Hamburger Sparkasse (71,8)
  • 8. Sparda Bank Hamburg (69,9)
  • 9. Sparda Bank Berlin (68,4)
  • 10. Berliner Sparkasse (67,6)
  • 11. Deutsche Bank (67,0)
  • 12. Sparda Bank München (64,9)
  • 13. Berliner Volksbank (64,8)
  • 14. Stadtsparkasse München (61,4)
Die Münchner Bank beteiligte sich nicht an der Anfrage zur Feststellung der Konditionen und wurde deshalb nicht gewertet.

Zur Vorgehensweise des DISQ: Die Qualität der Beratungen wurde bei jedem Unternehmen anhand von zehn Vor-Ort-Gesprächen gemessen. Schwerpunkt der Untersuchung war die Kompetenz und Freundlichkeit der Berater sowie die Bedarfsanalyse der Kundensituation. Im Anschluss wurden die jeweils zehn unterbreiteten Finanzierungsvorschläge analysiert und bewertet. In einem weiteren Untersuchungsbereich erfolgte die Ermittlung und Prüfung der Konditionen (Effektivzinssätze und Leistungen) in den Produktkategorien Sofortfinanzierung, Forwardfinanzierung und Volltilgerdarlehen (Datenstand: 15. Januar 2016).

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