Für ihre Studie „Schaden- und Leistungsregulierung von Versicherern“ haben das Marktforschungsunternehmen Servicevalue und Focus-Money Versicherungskunden befragt, wie sie die Regulierung des Schadens- oder Leistungsfalls seitens ihres Versicherers beurteilen.

Die Methodik der Untersuchung

Dabei holten die Forscher 61.782 Kundenstimmen zu 646 Versicherungsunternehmen aus 19 Produktbereichen ein – von Bauleistung bis Zahnzusatz. Konkret sollten Kunden, die während der vergangenen 36 Monate einen Versicherungs- oder Leistungsfall angezeigt haben, über ein Online-Access-Panel eine Bewertung ihrer jeweiligen Versicherer abgeben.

Aus den Antworten zu jedem Versicherer zwischen eins und fünf errechneten die Forscher einen Mittelwert. Je niedriger dieser Wert, desto zufriedener sind die Versicherungsnehmer mit der Schaden- beziehungsweise Leistungsregulierung ihres Versicherers und desto besser schneidet dieses ab.

Unternehmen, die über dem Durchschnitt ihrer jeweiligen Sparte liegen, werden mit „gut“ benotet. Versicherer, die wiederum über dem Durchschnitt der mit „gut“ benoteten Unternehmen liegen, werden mit „sehr gut“ bewertet und aus als „Fairster Schadenregulierer“ ausgezeichnet. Eine Definition des Begriffs Fairness liefert Servicevalue in diesem Zusammenhang nicht. 

Wie Servicevalue viele Sieger produziert 

Die Methodik, alle Unternehmen oberhalb eines Mittelwerts auszuzeichnen, führt statistisch zwangsläufig zu einer Vielzahl von Siegern. Besonders fragwürdig ist, dass keine absoluten Ergebnisse gewertet werden, sondern das relativ gesehen beste Einzelergebnis völlig unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis der Datenauswertung als Referenzwert gesetzt wird. So liegt auch in der vorliegenden Untersuchung das absolut beste Kundenurteil gerade einmal bei 2,40. Dieses bekommt die GEV Grundeigentümer-Versicherung in der Sparte Hausrat.

Die Vorgehensweise von Servicevalue wird seit Jahren kritisiert, vor allem von Verbraucherschützern. Sie ist offensichtlich dem Geschäftsmodell der Kölner geschuldet. Ausgezeichnete Unternehmen können Siegel zu Vertriebs- und Marketingzwecken erwerben. In Branchenkreisen spricht man von Lizenzgebühren von 15.000 Euro pro Jahr.  

Auffällig ist in diesem Zusammenhang ist auch, dass es weitere Fairness-Untersuchungen zu Versicherern von Servievalue gibt, bei denen eine faire Leistungsregulierung mittlerweile nicht mehr abgefragt wird.

Das Ergebnis

DAS INVESTMENT Versicherung hat sich exemplarisch für die 19 Leistungssparten angeschaut, welche Anbieter allgemeiner sowie mehrerer spezifischer Rechtsschutz-Policen ihre Kunden laut Kundenbewertung im Schadenfall besonders fair behandeln.  Auffällig: Dreimal liegt der Spezialversicherer Advocard an der Spitze. Das Unternehmen gehört zur Generali Deutschland. Da alle aufgelisteten Anbieter von der Bewertung nur minimal auseinanderliegen, ist die Aussagekraft des Rankings aber als sehr gering einzustufen. 

Die „sehr gut“ bewerteten Versicherer finden Sie in folgenden Tabellen:

Berufs-Rechtsschutz:

Die besten Berufs-Rechtschutzversicherer laut Servicevalue
Die besten Berufsrechtsschutzversicherer laut Servicevalue. | Bildquelle: ServiceValue

Privater Rechtsschutz:

Die besten privaten Rechtschutzversicherer
Die besten Privatrechtsschutzversicherer | Bildquelle: ServiceValue

Verkehrs-Rechtsschutz:

Die besten Verkehrsrechtsschutzversicherer
Die besten Verkehrsrechtsschutzversicherer | Bildquelle: ServiceValue

Wohnungs-Rechtsschutz: 

Die besten Wohnungs-Rechtsschutzversicherer
Die besten Wohnungsrechtsschutzversicherer | Bildquelle: ServiceValue