Shedlin Warrior Fund

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„Die Krise an den Finanzmärkten wird weitergehen“, erwartet Robert Schmidt. Er verantwortet das Portfoliomanagement des Nürnberger Vermögensverwalters Shedlin Capital. Ein Abschied vom Aktienmarkt kommt für ihn deswegen aber nicht in Frage: „Derzeit ist fast alles vergleichsweise günstig bewertet.“ Der von Schmidt gemanagte Misch-Dachfonds Shedlin Warrior (WKN A0EQ07) investiert aktuell knapp 95 Prozent des Fondsvermögens in Aktienfonds.

Dabei bevorzugt Schmidt gegenwärtig Investments in Märkte, die von den hohen Kursverlusten bei Amerikas Hypothekenfinanzierern und Immobilienaktien kaum in Mitleidenschaft gezogen werden dürften. Schutz vor den Börsenturbulenzen sucht er beispielsweise in den Schwellenländern: Knapp die Hälfte der Mittel des Dachfonds sind darum in Asien angelegt. Die Anlageregion Osteuropa (inklusive Russland und der Türkei) macht knapp 30 Prozent aus, in Lateinamerika sind es 11 Prozent.

Das höchste Gewicht bei den einzelnen Ländern hat derzeit Indien (16 Prozent). China kommt auf 9 Prozent, Russland auf 7 Prozent. In der Türkei und in Korea sind jeweils 5 Prozent des Fonds angelegt. Abgebildet werden diese Anteile mit Länder- und Regionenfonds verschiedener Anbieter. Unter den zehn größten Positionen des Fonds befinden sich drei Produkte der Charlemagne Capital. Diese Londoner Fondsgesellschaft hat sich auf das Management von Schwellenländer-Aktienfonds spezialisiert.

Diese strategische Mischung von Anlageregionen steht bei dem Fonds im Mittelpunkt. „Market-Timing spielt für uns keine Rolle“, erklärt Schmidt. Stattdessen legt der Shedlin-Chef großen Wert auf die Zusammensetzung des Portfolios: „Die Gesamtrendite einer Kapitalanlage beruht zu etwa 90 Prozent auf der Vermögensallokation."

Schmidts Investmentprozess beginnt mit einer rein quantitativen Analyse. Auf den Prüfstand kommen unter anderem die durchschnittliche Haltedauer und die Kostenquote der Zielfonds. Sein Anlageuniversum besteht aus etwa 200 Titeln, die sich auf bestimmte Aktien- und Rentenmärkte konzentrieren. Sie bilden entweder einen Index ab oder werden aktiv gemanagt. Bei den Aktiven bevorzugt Schmidt Produkte, die quantitativ gemanagt werden.

Der Shedlin-Boss vertraut bei der endgültigen Zusammenstellung des Fondsportfolios aber auch auf qualitative Kriterien: Von den Zielfondsmanagern fordert Schmidt einen Fragebogen mit Informationen über ihre Strategie und Portfoliostruktur sowie ihre bisherigen Stationen und Anlageresultate. Außerdem interessieren ihn die von den Fondsmanagern angewandten Methoden zur Risikokontrolle.

Zudem spielt für Schmidt der Blick auf die Kursschwankung wichtige Rolle: Der Fondswert sollte nicht um mehr als 15 Prozent schwanken. Auf Jahressicht beträgt die sogenannte Volatilität aktuell 15,3 Prozent. Gleichzeitig soll der Fonds eine Rendite von mindestens 12 Prozent erwirtschaften. „Dabei zählt die durchschnittliche Wertentwicklung in einem Zeitraum von 24 Monaten“, so Schmidt.

Dieses Renditeziel erreichte der Fonds im vergangenen Jahr deutlich (plus 16,7 Prozent). 2006 waren es aber nur 7,9 Prozent. Nach dem Börsenkrach im Januar liegt der Fonds auf Jahressicht mit 0,5 Prozent im Minus. Beim globalen Aktienbarometer MSCI World sind es allerdings minus 5,7 Prozent. Seit Ende Januar hat sich der weltweite Aktienmarkt wieder erholt (plus 3 Prozent), der Warrior-Fonds schaffte mehr: Er kämpfte sich um 4,6 Prozent nach oben.

Der Shedlin-Dachfonds wurde im August 2005 von der Hauck & Aufhäuser Investment Gesellschaft in Luxemburg aufgelegt. Das Fondsvermögen liegt bei lediglich knapp 9,5 Millionen Euro. „Der Fonds wurde vor allem für die Kunden von My Finance konzipiert“, erklärt Shedlin-Vorstand Schmidt. „Doch wir wollen unsere Portfoliostrategien auch einem breiten Publikum anbieten.“ Die Shedlin Capital ging im November vorigen Jahres aus dem Beratungsunternehmen My Finance Financial Consulting hervor, das vor neun Jahren von Schmidt und René Blaschke gegründet wurde.

Der Ausgabeaufschlag des Fonds beträgt bis zu 5,75 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,4 Prozent. Außerdem wird eine 10-prozentige Erfolgsgebühr auf die positive Wertentwicklung des Fonds fällig.

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