Claus Mischler

Claus Mischler

Sicherheit geht auch ohne Garantien

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Die Deutsche Rentenversicherung hat vor kurzem eine Zahl veröffentlicht, die beunruhigen sollte: 759 Euro. So hoch war die durchschnittlich ausgezahlte gesetzliche Rente in Deutschland 2012. Das ist deutlich weniger als die knapp 900 bis 1.100 Euro monatliche Nettorente, die dem so genannten und oft zitierten „Standardrentner“ nach Abzug seiner Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bleiben.

Angesichts solch magerer Aussichten ist es verständlich, warum der Ausbau der privaten (und der betrieblichen) Altersvorsorge Not tut. Doch allein aus den heutigen Garantien, die der Kunde bei einer konventionellen Versicherung geboten bekommt, wird er seinen Ruhestand nicht bestreiten können. Bei einem Garantiezins von (noch) 1,75 Prozent auf den Sparanteil und einer Inflationsrate zwischen zuletzt 1,5 und 1,9 Prozent entspricht diese Garantie einem garantierten Kaufkraftverlust. Zudem sind Garantien häufig mit hohen Kosten verbunden, schränken die Anlagemöglichkeiten ein und gehen somit zu Lasten der Rendite – die klassische Lebensversicherung ist das beste Beispiel. Es ist fraglich, ob die Bürger ihre Lücke in der Altersvorsorge damit schließen können.

Nur ausreichende Rendite garantiert den Ruhestand

Für eine langfristig ausreichende Altersvorsorge ist es daher wichtig, dass die Kapitalanlage eine hohe Rendite erwirtschaftet. Diese kann man erreichen, indem man das Geld über verschiedene Anlageklassen streut ─ zum Beispiel Aktien, Anleihen, Immobilien und Währungen ─, um Chancen in unterschiedlichen Bereichen zu nutzen. Zeitgemäße Garantien von Finanzprodukten berücksichtigen solche Vielfalt in der Anlage und sind so gestaltet, dass sie den Versicherern die Möglichkeit geben, ihr Portfolio derart auszurichten. Das Portfolio sollte zudem aktiv gemanagt werden, um jederzeit auf Entwicklungen an den Kapitalmärkten reagieren zu können. Und da es für viele Kunden wichtig ist, möglichst kein (hohes) Risiko einzugehen, sind konsequentes Risikomanagement und eine Definition der zu erwartenden Schwankungsbreite (Volatilität) vonnöten.

Zinsen bleiben niedrig, Renditen bescheiden

Mit einer aktiv gemanagten, breit gestreuten Kapitalanlage und modern gestalteten Garantien ist es also möglich, eine ansprechende Rendite zu erzielen und gleichzeitig Risiko zu reduzieren. Es setzt sich aber sogar auf dem deutschen Markt nach und nach die Erkenntnis durch, dass es durchaus Lösungen gibt, die Sicherheit auch ohne Garantien erzeugen.

Natürlich haben die vergangenen, sehr volatilen Jahre viele Kunden verunsichert – und eine rasche Änderung, etwa in der Eurozonenkrise, ist nicht in Sicht. Das Zinsniveau wird voraussichtlich auf absehbare Zeit niedrig bleiben, was festverzinsliche klassische Produkte weiter belastet. Die langfristigen Aussichten auf gute Erträge auf der Garantie- und der Anleihenrenditeseite sind bescheiden. Vor dieser Ausgangslage gewinnen Konzepte an Bedeutung, die einerseits durch richtige Fondsauswahl gute Renditechancen bieten, andererseits mit einem modernen Ansatz das Risiko der Kapitalanlage minimieren und (auch ohne Garantien) für mehr Sicherheit sorgen. Es ist gerade diese Kombination, die fondsgebundene Lebensversicherungen so attraktiv macht.

Fazit: Für eine erfolgreiche Altersvorsorge ist es sehr wichtig, dass das Vorsorgeprodukt eine ausreichend hohe Rendite erwirtschaftet. Dies kann angesichts historisch niedriger Zinsen nur funktionieren, wenn auf Garantien entweder ganz verzichtet wird oder sie zumindest flexibel sind. Nur so hat der Versicherer genug Luft und die nötige Investmentfreiheit, um das Geld seiner Kunden renditeorientiert, diversifiziert – und letztendlich sicherer – anzulegen.

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