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Guido Kerkhoff, Vorstand von Thyssenkrupp: Der Stahlkonzern soll aufgespalten werden. | © Getty Images

Skandale bei Dax-Konzernen Darum gehen Anleger auf Abstand

Amerikanische und deutsche Aktien entwickelten sich im Juli in entgegengesetzter Richtung. Während der US-Index Dow Jones um 3,5 Prozent stieg, verlor der Dax 3,4 Prozent. Inzwischen befinden sich fast 70 Prozent der Aktien im Dax in ausländischer Hand. Das verschreckt Investoren. Unter den Eigentümern sind auch Hedgefonds und Investment-Gesellschaften, die nicht sonderlich an deutscher Wertarbeit interessiert sind. Einige Dax-Konzerne haben in den vergangenen Jahren umstrittene Geschäftsstrategien verfolgt, darunter die Deutsche Bank und Bayer.

Die ehemals sehr erfolgreiche Deutsche Bank gab sich irgendwann nicht mehr mit ihrem Kerngeschäft, der Betreuung von Geschäftskunden, zufrieden. Das Management wollte mehr. Ende der 1980er Jahre beschloss es, in die Investment-Branche einzusteigen und kaufte die britische Bank Morgan Grenfell. Ziel war, in die Dimensionen von Morgan Stanley und Goldman Sachs aufzusteigen. Nach etlichen Pannen und milliardenschweren Verlusten trat Ernüchterung ein. Inzwischen hat das Management aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und will sich wieder auf die Kreditvergabe an Unternehmen konzentrieren. Die Unternehmenszahlen sind dennoch enttäuschend. Im jüngsten Quartalsbericht weist die Deutsche Bank einen Verlust von 3,15 Milliarden Euro aus.

Auch beim Pharmakonzern Bayer laufen die Geschäfte schlecht. Was hat das Management im vergangenen Herbst dazu bewogen, den US-Saatgutkonzern Monsanto für 63 Milliarden US-Dollar zu übernehmen? Monsanto fiel schon vor der Übernahme durch zwielichtige Geschäftspraktiken auf. Der Skandal rund um den Unkrautvernichter „Roundup“ und den darin enthaltenen Wirkstoff Glyphosat hat Aktionäre bis jetzt 40 Milliarden Euro gekostet Allein in den USA sind schon fast 15.000 Klagen anhängig, Tendenz steigend.

Ein weiteres schwarzes Schaf im Dax ist Thyssenkrupp. Das deutsche Traditionsunternehmen war lange eine starke Marke und in vielen Geschäftsbereichen aktiv. Es ist nicht nur Deutschlands größtes Stahlunternehmen, sondern produziert auch Teile für Aufzüge, Autos und U-Boote. Nachdem im Jahr 2013 der schwedische Hedgefonds Cevian und wenig später der berüchtigte Elliott Management Fond in das Unternehmen einstiegen, geriet Thyssenkrupp in Schwierigkeiten. Die neuen Investoren wollen das Unternehmen mit aller Macht zerschlagen und die Einzelteile zu hohen Preisen verkaufen. Das hat bisher nicht geklappt. Ich bin gespannt, wie der Konflikt ausgeht. Hoffentlich wird nicht noch ein deutsches Traditionsunternehmen zerschlagen.

Leonard Friedrich ist Gründer der Webseite renditeoffensive.com und investiert selbst in Aktien.

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