Die Skandia-Niederlassung in Berlin

Die Skandia-Niederlassung in Berlin

Skandia steigt aus dem bAV-Geschäft aus

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Als Grund für den Ausstieg nannte die Sprecherin die geplante Absenkung des Garantiezinses von derzeit 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent Anfang Januar. „Um weiterhin attraktive Tarife für Kunden und Vertriebspartner anbieten zu können, wären sehr umfangreiche Überarbeitungen der Skandia Direktversicherung notwendig gewesen“, so die Sprecherin.

„Wir haben daher beschlossen, uns auf fondsgebundene Vorsorgelösungen der ersten und dritten Schicht sowie unser Risikoprodukt Skandia Dread Disease zu konzentrieren“, sagte sie weiter. Seit Mitte der 90er Jahren bietet Skandia eine fondsgebundene Direktversicherung als bAV-Produkt an.

Laut einem bAV-Makler, der das Skandia-Produkt gut kennt, liegt das Problem woanders, nämlich an der Garantie. „Das Produkt hat eine große Schwäche. Obwohl es eine Fondslösung ist, dauert es 16 Jahre, bevor irgendwelche Gelder der freien Anlage zufließen. Die Einzahlungen davor sind ausschließlich für den Deckungsstock und den Garantiefonds“, so der Makler, der anonym bleiben wollte. Dem widersprach der Skandia-Sprecherin: "Bereits von Beginn an wird die Garantie maßgeblich vom Garantiefonds abgedeckt und erfüllt damit den Anspruch an eine Fondslösung. Auch in der Praxis sind alle aktiv besparten Verträge unseres aktuellen bAV-Produktes BGG08 bereits im ersten Vertragsjahr neben dem Deckungsstock im Garantiefonds investiert."  Skandia ist eher bei der privaten Altersvorsorge erfolgreich

Skandia ist seit 1991 auf dem deutschen Markt aktiv und vor allem für seine fondsgebundene Lebensversicherung für die private Altersvorsorge bekannt. Ende 2010 zählte die Skandia 360.000 Kunden in Deutschland. Im vergangenen Jahr verzeichnete sie ein Beitragswachstum von mehr als 20 Prozent auf 54,6 Millionen Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge betrugen 448,3 Millionen Euro.

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