Es war ein spontanes Mittagessen vor zweieinhalb Jahren, das den Grundstein für eine erfolgreiche Partnerschaft legte. Jörg Rahn und Marc Niemann kannten sich bereits seit vielen Jahren, als sie sich trafen und das Konzept für 3D Invest entwickelten.
„Die Idee ist dann eigentlich ganz schnell gereift und ein Jahr später fiel schon der Startschuss“, erinnert sich Niemann im Gespräch mit DAS INVESTMENT. Rahn war zuvor beim Wirtgen Invest Family Office tätig, Niemann hat unter anderem für Hauck & Aufhäuser und M.M. Warburg gearbeitet.
Start in schwierigen Zeiten
Seit Juni 2024 sind die beiden nun ihre eigenen Chefs: Die Gesellschaft 3D Invest sitzt in Hamburg und hat auch bereits ein eigenes Produkt lanciert, den Mischfonds 3D Invest Top Select (ISIN: DE000A407M50). Seit seiner Auflegung im Juni 2024 steht ein Plus von 7 Prozent zu Buche (Stand: 11. November 2025).
Auch nach Zuflüssen kann sich der Fonds sehen lassen: Mit 18 Millionen Euro Assets under Management gestartet, verwaltet 3D Invest mittlerweile nach eigenen Angaben rund 80 Millionen Euro. Etwa die Hälfte davon steckt im 3D Invest Top Select, die andere Hälfte in einem Mandat, das Rahn und Niemann parallel für eine Bank betreuen.
Die Jury der Boutiquen Awards, die Rahn und Niemann im Oktober den Newcomer-Preis verlieh, würdigte explizit den Mut der Gründer: „In unruhigen Zeiten und unter schwierigen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen ein Unternehmen zu gründen, verdient höchsten Respekt“, heißt es zu dem Entscheid. Dass das Haus bereits im ersten Jahr so viele Mittel bei Anlegern einsammeln konnte, sei umso beeindruckender.
Fonds mit drei Kernbausteinen
Der 3D Invest Top Select ist ein globaler flexibler Mischfonds, den Rahn und Niemann unter dem Haftungsdach BN & Partners Capital aufgelegt haben. Der Fonds setzt auf drei zentrale Bausteine:
Deutsche Small Caps bilden einen der Schwerpunkte. Niemann bringt seine langjährige Stockpicker-Expertise auf dem Gebiet ein: „Wir versuchen, gerade in diesem Nischen-Bereich Alpha zu generieren“, erklärt Niemann. Die aktuelle Ländergewichtung zeigt: Deutschland dominiert mit mehr als 57 Prozent deutlich das Portfolio.
Globale Qualitätsaktien aus den USA und Europa bilden den zweiten Pfeiler. Rahn, der aus Makro-Sicht an die Aufgabe herangeht, bringt hier Unternehmen mit stabilen, schwer angreifbaren Geschäftsmodellen ein. Dieser Baustein soll ein Gegengewicht zum schwankungsanfälligeren Small-Cap-Segment bieten.
Alternative Anlagen komplettieren das Portfolio - worunter die Manager auch klassische Staatsanleihen oder auch auf Gold und andere Edelmetalle in Form von ETCs fassen. Die Gesamtallokation zeigt: Aktien dominieren aktuell mit mehr als 85 Prozent ganz deutlich das Portfolio.
Flexibilität als Erfolgskonzept
Bei den Sektoren führen aktuell Industrie- und Investitionsgüter mit rund einem Drittel Anteil, gefolgt von IT-Werten und Healthcare. Bei Finanzwerten halten sich die 3D-Invest-Gründer zurück. „Wir beschäftigen uns sehr detailliert mit den Unternehmen und finden Finanzunternehmen und Banken schwer durchschaubar“, erklärt Rahn.
Persönlicher Einsatz und soziales Engagement
Dass die beiden Gründer sehr hinter ihrer Strategie stehen, zeigt sich in ihrem persönlichen Einsatz. „Wir haben so ziemlich unser komplettes Geld in unserem Fonds, haben also 'skin in the game'“, betont Niemann.
Den Vertrieb bei 3D Invest übernehmen die Gründer einstweilen selbst. „Gerade zu Beginn muss man die Investoren persönlich überzeugen“, meint Niemann.
Was die Jury bei ihrer Entscheidung für 3D Invest besonders hervorhob: Rahn und Niemann spenden 5 Prozent ihrer Performance-Fee an benachteiligte Kinder in Afrika. Bereits einige tausend Euro sind bereits an „Visions for Kenya and Zambia“ geflossen, der Verein unterstützt ein Waisenhaus in Kenia. Beide Manager sind selbst Vereinsmitglieder, Rahn sogar im Vorstand.
„Ich bin in Afrika geboren“, erzählt Rahn. Zwar habe er nur wenige Jahre dort gelebt, doch durch seine persönliche Verbindung sei ihm das Projekt auf dem Kontinent ein Herzensanliegen. „Was mein Umfeld zu Hause mir ermöglichte – dass ich meinen Weg gehen konnte–, das ist in Afrika nicht selbstverständlich.“
Erst Privatanleger, dann Institutionelle im Blick
Derzeit arbeitet die Boutique noch im Homeoffice – der Hauptsitz ist Rahns Wohnung in Hamburg Uhlenhorst. Strategisch konzentrieren sich die Gründer zunächst auf Privatinvestoren und Family Offices. „Die sind mutiger“, beobachtet Rahn. Seit sie einen einjährigen Track-Record vorweisen können, kommen nun auch erste Vermögensverwaltungen hinzu.
Nur bei den richtig großen, den institutionellen Investoren sieht es noch schwierig aus. „Wenn man einen Fonds neu gegründet hat, sind institutionelle Investoren anfänglich schwer zu überzeugen“, erklärt Rahn pragmatisch. Bei diesem Thema sind die 3D-Invest-Gründer allerdings entschlossen, sich Zeit zu lassen: „Nach drei Jahren werden wir sie sicherlich einmal ansprechen.“

