in Verantwortung für die ZukunftLesedauer: 4 Minuten
ANZEIGE

Niedrige Bewertungen Europäische Small Caps: Erholung endlich in Sicht

Filiale eines im S-Dax gelisteten Optikers in Köln
Filiale eines im S-Dax gelisteten Optikers in Köln: Small Caps litten stärker als Large Caps unter dem Anstieg der langfristigen Zinsen, da bei vielen ihrer wachstumsstarken Unternehmen die Cashflow-Generierung eher mittel- bis langfristig als kurzfristig erfolgt. | Foto: Imago Images / Future Image

Nach einer Korrektur von 25 Prozent zwischen November 2021 und Oktober 2023 werden europäische Small Caps nun zu niedrigeren Bewertungen gehandelt als Large Caps, sowohl im Hinblick auf diskontierte Cashflows als auch auf Gewinnmultiplikatoren, was eine historische Anomalie darstellt. Im Gegensatz dazu scheinen europäische zyklische Large Caps sehr hoch bewertet zu sein, in einigen Fällen sogar überbewertet. Daher werden europäische Small Caps derzeit mit einem 12-Monats-Forward-Gewinnverhältnis (P/E) von 14,2x gehandelt (gegenüber 19,1x im Durchschnitt der letzten zehn Jahre), während die Large Caps des MSCI Europe Index mit 14,6x bewertet sind (gegenüber 15,5x im Durchschnitt der letzten zehn Jahre, Quelle: MSCI, Bloomberg, Stand: 28.05.2024).

Gründe für die Korrektur

Wir sehen viele Gründe für diese Korrektur. Erstens litten Small Caps stärker als Large Caps unter dem Anstieg der langfristigen Zinsen, da sie einen höheren Anteil an wachstumsstarken Unternehmen aufweisen, deren Cashflow-Generierung eher mittel- bis langfristig als kurzfristig erfolgt. Darüber hinaus haben sich die Abflüsse aus Europa in den letzten zwei Jahren aufgrund des Ukraine-Krieges und der Energiekrise besonders auf weniger liquide Vermögenswerte, eben Small Caps, ausgewirkt. Drittens hat der verlängerte Lagerabbau von Ende 2022 bis Herbst 2023 die Auftragsbücher kleinerer Unternehmen belastet, insbesondere in den Bereichen Gesundheitswesen, Industrie- und Spezialchemikalien. Schließlich litten einige kleinere Unternehmen unter einer schwierigen Vergleichsbasis nach den Covid-Jahren, insbesondere im Bereich der zyklischen Konsumgüter.

Grafik: Entwicklung der europäischen Small Caps gegenüber den Large Caps über 10 Jahre. Gute Aussichten dank mehrerer Katalysatoren

Wir bei Candriam sind davon überzeugt, dass die Stärken der Small Caps (darunter Agilität, Wachstum, Innovation), die ihnen in der Vergangenheit eine überdurchschnittliche Performance ermöglicht haben, nicht verschwunden sind. Wir glauben sogar, dass ihr Aufschwung dank mehrerer potenzieller Katalysatoren kurzfristig zustande kommen sollte. Die erste davon dürfte die Leitzinssenkung der EZB sein, die wahrscheinlich zu einer Entkopplung zwischen den Langfristzinsen europäischer Staatsanleihen (Bund Future) und den US-Langfristzinsen führen wird. Zweitens dürfte sich der sechsmonatige Aufschwung bei den Frühindikatoren (Euro Composite PMI) angesichts ihrer historischen Korrelation (anormale Entkopplung in den vergangenen zwei Jahren) letztlich auch in einer Erholung der Small Caps niederschlagen. Der dritte Katalysator ist die Beschleunigung der Gewinndynamik bei den Small Caps, die wir in den vergangenen zwei Quartalen beobachten konnten, wobei viele Unternehmen den Konsens übertroffen haben, insbesondere in bestimmten Sektoren (zyklische Konsumgüter, verarbeitendes Gewerbe, Medizintechnik und sogar Technologie).

Selektivität hat Priorität

Trotz der erwarteten Verbesserung des Momentums bei Small Caps wird in diesem Segment Selektivität weiterhin oberste Priorität haben. Infolgedessen erscheint unser disziplinierter Ansatz, der auf fünf Anlagekriterien basiert, relevanter denn je und könnte sich wie in der Vergangenheit auch langfristig weiterhin bewähren. Diese Kriterien sind: Qualität des Managements, zugrunde liegendes Marktwachstum, Wettbewerbsvorteile (die zu Preissetzungsmacht oder Marktanteilsgewinnen führen), Rentabilität (tatsächlich, nicht potenziell) sowie angemessener Verschuldungsgrad. Diese Kriterien werden von einem Team, das im Durchschnitt 19 Jahre Erfahrung mit Small-Cap-Investitionen hat, genauestens analysiert.

Unsere Europe Small & Mid Caps-Strategie übertraf den MSCI Europe Small Caps Index jedes Jahr zwischen 2017 und 2022, bevor sie im Jahr 2023 ein Jahr der Underperformance erlebte (Netto-Kalenderperformance, Anteil I unserer Strategie Europe Small & Mid Caps in Euro im Vergleich zum MSCI Europe Small Caps Index. Unser Anlageprozess umfasst auch nicht-finanzielle Aspekte, da wir davon überzeugt sind, dass ein Unternehmen mit guten ESG-Praktiken besser in der Lage ist, die Herausforderungen des nachhaltigen Wachstums und der regulatorischen Auflagen zu meistern. So führen wir beispielsweise einen kontinuierlichen Dialog mit den Unternehmen, in die wir investieren, um ein besseres Verständnis ihrer Organisation und ihrer Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -entwicklung zu gewinnen.

Zusammengefasst: Wir sind der Überzeugung, dass die aktuellen Bewertungen sehr attraktive Einstiegspunkte für Investitionen in Small Caps bieten, insbesondere in solche, die eine günstige Ertragsdynamik und Innovationskraft vereinen. Der seit einem Jahr prognostizierte, aber immer wieder verschobene Aufschwung der Small Caps könnte endlich eintreten!

 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.