Small Caps werden bei Anlegern wieder beliebter – und das hat seine Gründe. Im heutigen Fonds der Woche widmen wir uns einem globalen Small Cap Fonds namens Wert Art Capital Fonds AMI (ISIN: DE000A2N65X4) und seinem Manager Benedikt Olesch, der bislang mit den gezeigten Ergebnissen überzeugen kann. Doch was spricht für Small Caps?
Argumente für Small Caps
Es gibt einige Argumente, die für ein Investment in Small Caps sprechen, nachfolgend eine Auswahl:
Höheres Wachstumspotenzial: Small Caps sind oft junge Unternehmen mit starken Wachstumschancen, da sie ihre Umsätze und Gewinne schneller steigern können als etablierte Großunternehmen.
Überdurchschnittliche Renditen: Historische Daten zeigen, dass Small-Cap-Aktien langfristig im Durchschnitt höhere Gesamtrenditen erzielen als Large Caps oder Mid Caps.
Geringere Branchen-Konzentration: Small-Cap-Indizes sind meist weniger in wenigen Branchen konzentriert als Large-Cap-Indizes, somit ist das Portfolio ausgewogener.
Unterbewertungspotenzial: Viele Small Caps erhalten weniger Aufmerksamkeit von Analysten und Investoren, wodurch sich Fehlbewertungen ergeben können, was Fondsmanager ausnutzen können.
Übernahmepotenzial: Small-Cap-Unternehmen sind oft attraktive Übernahmekandidaten für größere Firmen, was zu einem schnellen Kursanstieg führen kann.
Geringere Korrelation zu Large Caps: Small Caps weisen häufig eine niedrigere Korrelation zu Großunternehmen auf.
Chancen durch niedrige Bewertung: Small Caps werden oft zu niedrigeren Bewertungen gehandelt, da erhöhte Risiken und Illiquidität eingepreist sind, was Investoren die Möglichkeit für Überrenditen bietet.
Der Verantwortliche
Der Fondsadvisor Benedikt Olesch studierte an der Uni Mannheim und startete im Jahr 2008 seine Karriere in München im Portfoliomanagement des US-Investmenthauses PGIM. Zusammen mit einem kleinen Team war er mitverantwortlich für das gesamte Management eines Fonds, der für institutionelle Investoren Private-Equity-Investitionen tätigte.
Zur gleichen Zeit unternahm er die Weiterbildung zum Chartered Financial Analyst (2011 bis 2013). 2013 gründete er Wert Art Capital, und seitdem konzentriert er sich auf die Analyse und Bewertung von börsennotierten Unternehmen. Olesch entwickelte seinen Investmentprozess schrittweise weiter.
Die Veröffentlichung von Investmentanalysen auf dem Wert Art Capital Blog (in englischer Sprache) führte insbesondere von 2013 bis 2019 zu einem regen Austausch mit professionellen Investoren aus aller Welt. Dies führte in Summe dann schließlich zur Auflage des Wert Art Capital Fonds AMI im März 2019.
Die Ziele
Der Fonds verfolgt das Ziel, langfristig einen Mehrwert für seine Investoren zu generieren. Er soll auf lange Sicht eine bessere Wertentwicklung als der MSCI World Small Cap Index erzielen. Gleichzeitig steht der transparente Austausch mit den Anlegern über einen monatlichen Newsletter und einen halbjährlich erscheinenden Investment Letter im Fokus.
Die Interessengleichheit mit den Anlegern wird über das Investment des Fondsadvisors im Fonds gewahrt. Daher erhebt der Fonds im Sinne der Anleger auch keine Performance-Gebühr.
Das Anlageuniversum
Wert Art deckt das globale Anlageuniversum von Micro Cap über Small-Cap-Aktien bis hin zu Mid-Cap-Aktien ab. Im Fokus stehen dabei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von bis zu 10 Milliarden Euro.
Diese Zahl ist allerdings nicht in Stein gemeißelt, der Portfolioanteil an Firmen mit einer Marktkapitalisierung oberhalb 10 Milliarden Euro darf bei maximal 20 Prozent liegen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Titel sich positiv entwickelt und deshalb im Portfolio verbleibt. Die aktuellen Kernmärkte, in denen sich Olesch wohlfühlt, sind Europa, Nordamerika und Japan.
Die Researchquellen
Woher bezieht Olesch seine Informationen? Er fokussiert sich im Wesentlichen auf Primär-Research, sprich, er analysiert die Geschäftsberichte der Unternehmen und schaut sich die Wettbewerber und Kunden an. Zusätzlich werden Gespräche mit den Unternehmenslenkern geführt. Hinzu kommt der Austausch mit anderen Investoren.
Die Auswahlkriterien
Um ins Portfolio zu gelangen, sollte das Management eines Unternehmens bereits in der Vergangenheit seine Fähigkeit im Hinblick auf Verlässlichkeit und effiziente Kapitalallokation bewiesen haben Das Geschäftsmodell soll zunehmende Wettbewerbsvorteile aufweisen, und gleichgerichtete Interessen in der Eigentümerstruktur sind ebenfalls gern gesehen. Eine attraktive Bewertung rundet den Anforderungskatalog ab. Es werden alle Sektoren im Rahmen des Auswahlprozesses berücksichtigt.
Drei Stufen, drei Phasen
Nach drei Stufen kann ein Titel aus dem globalen Anlageuniversum (circa 20.000 Unternehmen) in das Fondsportfolio gelangen und dann im Anschluss drei Phasen durchlaufen. Die Ideengenerierung erfolgt dabei nicht über das Screening von Aktien nach Kennzahlen, sondern vielmehr qualitativ über die Lektüre und Gespräche mit Branchenexperten und Investoren.
Aus dem gesamten Anlageuniversum wird eine Watchlist erstellt, auf der sich rund 100 Unternehmen befinden. Bei diesen wurde eine Finanzanalyse durchgeführt und die Eigentümerstruktur angeschaut. Passen dann noch das Geschäftsmodell, Management und die Unternehmenskultur, erreicht ein Unternehmen die Stufe 2 und kommt auf die „Investigation List“ mit insgesamt circa 50 Unternehmen. Die daraus für Olesch aussichtsreichsten Titel (circa 30) werden dann im Fonds allokiert.
Was bedeutet „aussichtsreich“? Als aussichtsreich betrachtet Olesch Unternehmen, die über ein überdurchschnittliches Geschäftsmodell verfügen und zu einem günstigen Preis am Markt gehandelt werden. Dabei handelt es sich um Firmen, die einen Wettbewerbsvorteil bereits innehaben, diesen ausbauen können oder erst dabei sind, diesen zu entwickeln. So kann das Unternehmen überdurchschnittliche Kapitalrenditen erzielen und einen Mehrwert für seine Aktionäre schaffen.
Die Eigentümerstruktur des Unternehmens ist am besten mittel- bis langfristig orientiert und das Management-Team sollte bereits bewiesen haben, dass es seine Ankündigungen in der Vergangenheit auch umsetzen konnte. Pro Investment geht der Fondsadvisor von einer Haltedauer von drei bis fünf Jahren aus; dies dient aber lediglich als Richtschnur und ist nicht ein Stein gemeißelt.
In dieser Zeitspanne soll der Titel im besten Fall drei Phasen durchlaufen: Phase 1 ist die Zeit, in der der Aktienkurs eine Konsolidierungsphase durchläuft, der Kurs stärker schwankt und Marktteilnehmer dem Braten meist noch nicht so richtig trauen. Phase 2 (Entwicklungsphase) ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der Investmentcase schrittweise herauskristallisiert und der Kurs in der Folge allmählich anzieht.
In der letzten und dritten Phase (Erntephase) kommt schlussendlich immer mehr Momentum in die Kursbewegung, was dazu führt, dass geprüft werden muss, ob das Unternehmen noch angemessen bewertet ist oder ein Verkauf sinnvoll erscheint. Nach dem Verkauf werden die Unternehmen weiter beobachtet, denn neue Informationen können aufgrund des tiefen Verständnisses schnell eingeordnet werden. Daraus können sich in Zukunft im Umfeld des Unternehmens wieder neue Investmentmöglichkeiten ergeben.
Das Risikomanagement
Zum Risikomanagement gehört, dass ein Titel zu Beginn nicht höher als 4 Prozent gewichtet werden soll. Bei steigendem Aktienkurs kann sich die Gewichtung entsprechend verändern. Eine tägliche Überprüfung (Analyse Preis versus Wert) aller Positionen ist ebenfalls Bestandteil des Risikomanagements. Zudem achtet Olesch darauf, dass keine Klumpenrisiken entstehen, indem er über unterschiedliche Sektoren allokiert.
Eine niedrige Korrelation der Titel rundet das Risikomanagement ab. Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass bewusst Unternehmen allokiert werden, die sich in unterschiedlichen Marktphasen unterschiedlich entwickeln können.










Rendite-/Risiko-Profil
Betrachtet man die Entwicklung in den letzten Jahren, so erkennt man, dass der Fonds sich besonders in schwierigeren Marktphasen relativ gut schlagen konnte, wie die Jahre 2020 und 2022 gezeigt haben. In Marktphasen, in denen es zu Übertreibungen kommt, wie beispielsweise 2021, konnte der Fonds nicht mithalten. Aus diesem Grund wurde der Investmentprozess etwas angepasst; man möchte stärker vom Momentum in Einzelwerten profitieren.
Gleichzeitig bleibt der starke Fokus auf der Bewertung nach Value-Prinzipien bestehen. Doch auch wenn der Fonds in manchen Marktphasen dem Aufwärtstrend nicht ganz folgen kann, sind die Ergebnisse überzeugend.
- Sektor: Aktienfonds Small & Mid Cap Welt
- Auflegung: 11.03.2019
- Ertragsverwendung: ausschüttend
- Fondsgesellschaft: Ampega Investment
- ISIN: DE000A2N65X4
- Max. Ausgabeaufschlag: 0,00%
- Performance YTD: 8,85%
- Performance 1 Jahr: 6,99%
- Performance 3 Jahre: 39,88%
- Performance 5 Jahre: 48,04%
- Performance 10 Jahre: -
- Sharpe Ratio 3 Jahre: 0,91
- Sum. lfd. Kosten: 1,86%
- Volatilität 3 Jahre: 9,29%
- Volumen in Mio. EUR: 15
- Währung: EUR

