Smart Cities Urbanisierung als Anlagestrategie

Skyline Los Angeles: Durch den Einsatz von LED-Leuchten spart die Stadt jährlich 10 Millionen US-Dollar an Strom- und Wartungskosten.  | © Getty Images

Skyline Los Angeles: Durch den Einsatz von LED-Leuchten spart die Stadt jährlich 10 Millionen US-Dollar an Strom- und Wartungskosten. Foto: Getty Images

Obwohl Städte nur etwa 2 Prozent der Landfläche der Erde einnehmen, beherbergen sie mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und tragen 80 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. Und sie breiten sich weiter aus: Bis 2045 werden weitere 2 Milliarden Menschen in Ballungszentren leben. Das wird Infrastruktur, Ressourcen und Umwelt unter Druck setzen, erwarten Kapitalanlage-Experten von Pictet Asset Management. Erfreulicherweise stellen sich Planungsverantwortliche der Herausforderung: Überall auf der Welt arbeiten öffentliche Hand und privater Sektor mittlerweile eng zusammen, um Städte lebenswerter und nachhaltiger zu machen.

Städteboom: Anzahl städtischer Siedlungen weltweit

Quelle: Vereinte Nationen; städtische Siedlungen sind definiert als Siedlungen mit einer Bevölkerungsdichte von mindestens 300.000 Menschen.

Das sind gute Nachrichten für den Planeten, aber auch gute Nachrichten für Anleger. Warum? Durch die Entstehung smarter Städte dürften sich weitreichende Geschäftsmöglichkeiten für viele verschiedene Unternehmen ergeben.

Die Weltwirtschaft wächst derzeit mit rund 3 Prozent pro Jahr, also besteht genügend Potenzial für im Bereich der Urbanisierung tätige Unternehmen, um ihre Umsätze zu steigern. Auch die Politik fördert immer stärker den Aufbau smarter Städte. Beispielsweise ist die Entwicklung von „Smart Cities“ Kernthema der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. So sieht Ziel Nummer 11 vor, dass bis 2030 zusätzliche Investitionen in die Urbanisierung vorgenommen werden sollen, um den Bürgern eine politische und wirtschaftliche Beteiligung zu ermöglichen, negative ökologische Folgen des städtischen Wachstums zu begrenzen und die natürlichen Lebensgrundlagen der Städte und ihres Umlandes zu erhalten. Analysten der Citigroup zufolge würde die Umsetzung dieses Ziels  eine jährliche Investition von rund 2,1 Billionen US-Dollar für Infrastruktur, Wohnungsbau, Bildung, Gesundheit, Freizeit und Gebäude erfordern.

Als Reaktion auf die neuen Entwicklungen in städtischen Ballungszentren hat Pictet Asset Management die Anlagestrategie „SmartCity“ entwickelt. Sie investiert in Unternehmen, von denen das Team glaubt, dass sie auf den Urbanisierungszug aufspringen werden. Investmentmöglichkeiten sehen die Experten hauptsächlich in den folgenden drei großen Bereichen: Aufbau der Städte, Bewirtschaftung der Städte und Leben in den Städten.

Aufbau der Städte

Mehr Menschen erfordern mehr Gebäude: Wohnhäuser, Büros, Schulen, Freizeitzentren. Die Herausforderung besteht darin, diese Gebäude effizient und nachhaltig zu planen, zu bauen und zu finanzieren. Allein China und Indien benötigen bis zu 2,8 Milliarden Quadratmeter neue Wohn- und Geschäftsflächen im Jahr. Obwohl bereits einiges unternommen wird, um aus Platzgründen in die Höhe zu bauen und der Zersiedelung der Landschaft entgegenzuwirken, sind herkömmliche Wolkenkratzer in der Regel umweltschädlich beim Bau und in der Bewirtschaftung – das macht sie letztendlich auch so teuer.

Im Zuge des technologischen und demografischen Wandels verändern sich nicht zuletzt auch die Erwartungen, die Menschen an Gebäude stellen. Das “Internet der Dinge“ zum Beispiel – bis 2020 soll die Zahl der vernetzten Geräte Prognosen zufolge weltweit bei 25 Milliarden liegen – verstärkt die Nachfrage nach schnellem Internet. Durch die Alterung der Weltbevölkerung und die Zunahme der städtischen Dichte werden auch Lifte und andere Einrichtungen, die die Zugänglichkeit gewährleisten, stärker nachgefragt – es wird prognostiziert, dass der Markt für Aufzüge bis 2021 auf 125 Milliarden US-Dollar anwächst, 2015 waren es gerade mal 89 Milliarden US-Dollar.