So düster wie in den 80ern Stimmung am US-Aktienmarkt am 30-Jahres-Tief
Auch bei Optionshändlern und spekulativ orientierten Investoren herrscht Pessimismus vor. Die Kosten für Verkaufsoptionen zur Absicherung gegen einen Rückgang des S&P 500 um zehn Prozent sind am 24. August im Verhältnis zu Kontrakten, die auf ein Plus von zehn Prozent im Index setzen, auf ein Rekordhoch gestiegen, wie Bloomberg-Daten zeigen. Inzwischen ist der Abstand auf 12,76 gesunken, liegt aber immer noch 30 Prozent höher als vor drei Monaten und höher als zu 99 Prozent der Zeit seit März 2005. Im Terminbereich übertrifft die Zahl der Futures, die auf einen Rückgang beim S&P 500 setzen, die Zahl der Kontrakte auf einen Anstieg so stark wie seit drei Jahren nicht mehr, belegen Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC. Die Leerverkaufspositionen sind Daten der US-Börsen zufolge auf dem höchsten Niveau seit 2009.
„Wenn alle pessimistisch sind und jeder leerverkauft und sich absichert, ist das im allgemeinen ein Kontra-Indikator“, erklärt David Kalis, Co-Investmentchef bei Calamos Investments in Naperville, Illinois. „Die Marktteilnehmer haben sich bereits negativ positioniert, und wenn es richtig läuft, kann der Markt eine starke Bewegung hinlegen.“ Zuletzt war die Stimmung 1984 so schlecht wie heute. Damals stand der S&P 500 kurz vor dem Abschluss einer neunmonatigen Talfahrt, die von einer Serie von Zinserhöhungen durch die Fed unter ihrem damaligen Präsidenten Paul Volcker überschattet wurde. Nachdem die Fed im Oktober mit Zinssenkungen begann, stiegen die Aktienkurse über die nächsten fünf Jahre. Einige Analysten zeigen sich auch jetzt optimistisch. Trotz der Belastung der Unternehmensgewinne im laufenden Jahr durch den fallenden Ölpreis und den starken Dollar rechnen sie für die nächsten beiden Jahre mit einer Erholung bei den Gewinnen, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Analystenprognosen hervorgeht. Die Sorgen hinsichtlich Chinas und der Schwellenländer „werden sich in den nächsten sechs bis 12 Monaten wahrscheinlich als deplatziert erweisen, weil das zugrundeliegende Bild nicht so düster ist, wie die Sorgen der Leute aktuell andeuten“, erläutert Jason Pride, Direktor Investmentstrategie bei Glenmede in Philadelphia. „Die Korrektur führt bei den Marktteilnehmern zu der Einschätzung ’ich bin nicht mehr so optimistisch wie vor zwei Monaten’, während tatsächlich die Bewertungsperspektive ist ’alles ist billiger, daher sollte es uns jetzt besser gefallen’.“
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