Lesedauer: 5 Minuten

Ratgeber für Vermögensverwalter So entstehen erfolgreiche Private-Label-Fonds

Anja Schlick, Hauck & Aufhäuser
Anja Schlick, Hauck & Aufhäuser: „Private-Label-Fonds können als Aushängeschild dienen“ | Foto: Hauck & Aufhäuser

Unabhängige Vermögensverwalter sind en vogue. Laut einer aktuellen Studie der Technischen Hochschule Aschaffenburg hat sich deren verwaltetes Vermögen seit 2014 mehr als verdoppelt, während die Kundenzahl um über 50 Prozent gestiegen ist. Zugleich zeigt sich gemäß einer Umfrage des Forschungsinstituts ConM mit 96 Prozent der Befragten eine überwältigende Zufriedenheit bei den Bestandskunden. Dennoch ist der Marktanteil unabhängiger Vermögensverwalter hierzulande mit 4 bis 5 Prozent bislang gering. Das gilt vor allem im internationalen Vergleich. In der Schweiz beispielweise haben sie bereits einen Marktanteil im zweistelligen Prozentbereich erreicht.

Ein geeigneter Weg, das zu ändern, könnte die Auflage eines eigenen Fonds sein. Tatsächlich steigt die Zahl der neu aufgelegten Fonds von unabhängigen Vermögensverwaltern laut einer Auswertung des Fondsverbandes BVI seit Jahren stetig. Dabei gibt es gute Gründe, diesen Weg zu beschreiten. Schließlich lässt sich damit ein größerer Bekanntheitsgrad erzielen und neue Kundengruppen erschließen. Zudem können diese sogenannten Private-Label-Fonds als eine Art Aushängeschild dienen, das die eigenen Arbeitsergebnisse jederzeit öffentlich ausweist und so einen direkten Vergleich mit Wettbewerbern ermöglicht.

Letzteres scheint vielen bereits am Markt befindlichen Fonds auch in schwierigen Marktphasen zu gelingen. Im ersten Halbjahr 2020 zum Beispiel, also mitten in der Corona-Krise, haben sich die Absatzzahlen von Private-Label-Fonds deutlich besser entwickelt als der Fondsmarkt insgesamt. Dabei waren übrigens Mischfonds, die gut durch die Krise kamen und damit ihren vermögensverwaltenden Charakter unter Beweis stellen konnten, besonders gefragt. Dazu kommt noch ein weiterer Vorteil für Vermögensverwalter: Sie können in solchen Fonds auch individuelle Mandate abbilden und standardisieren und somit dem immer weiter zunehmenden Regulierungs- und dem damit einhergehenden Kostenaufwand begegnen.

Hohes Volumen und durchdachtes Marketing nötig

Doch so reizvoll dies sein mag, Selbstläufer sind solche Fonds nicht. So gibt es für die Initiatoren einige Herausforderungen bei der Umsetzung ihrer Investmentideen zu berücksichtigen. Denn allein eine gute Performance reicht in der Regel nicht, um ein Anlagevehikel erfolgreich zu machen. Ein wichtiger Punkt ist, dass das Fondskonzept und die Anlagestrategie schlüssig, einfach und transparent gehalten werden. Idealerweise beruht das Konzept auf erprobten Strategien des jeweiligen Vermögensverwalters, das zudem seine speziellen Fähigkeiten und Kenntnisse hervorhebt und ihn damit von Mainstream-Produkten unterscheidet.

Tipps der Redaktion
Foto: Hauck & Aufhäuser ernennt Führungspersonal
Geschäftsfeld Digital AssetsHauck & Aufhäuser ernennt Führungspersonal
Foto: Die besten flexiblen europäischen Mischfonds
16 Fonds im CrashtestDie besten flexiblen europäischen Mischfonds
Foto: Sondervermögen verdienen Sicherheit
Hauck & AufhäuserSondervermögen verdienen Sicherheit
Mehr zum Thema