Seit 1980 So entwickeln sich US-Güterpreise

Ein aktueller Chart der Investmentgesellschaft DWS zeigt, wie unterschiedlich die Preissteigerungen von Dienstleistungen und Gütern in den USA ausfallen. Besonders der Trend bei Gebrauchsgütern fällt auf, denn er war lange negativ. Seit Mai vergangenen Jahres steigen die Preise jedoch wieder, und zwar schneller als die der Dienstleistungen.

Quelle: DWS

DWS-Experten schreiben dazu:

„Zumindest im bilateralen Warenverkehr machte sich die härtere Gangart der Amerikaner gegenüber China bereits Anfang 2018 bemerkbar. Das Volumen der importierten und durch die Strafzölle verteuerten Waren aus China ging stark zurück, doch die Preise sanken weiter. Erst der von Covid verursachte Lockdown entfachte den Preisschub. Der Grund ist bekannt – da Theater, Konzerte und Restaurants als Zeitvertreib entfielen, wurde allerhand Zeugs online bestellt: Güter. Diese wurden schnell knapp und teuer und wurden dennoch weiter munter gekauft. Dabei halfen die direkten Stimulus-Schecks an die US-Haushalte. Allerdings erwarten wir eine Umkehr von dieser Trend-Umkehr. Erstens, da die Konsumwünsche fürs Erste mehr als erfüllt sind und die Hilfszahlungen diesen Monat auslaufen. Zweitens, da Güter in einer globalisierten Welt in höherem Wettbewerb zueinanderstehen als meist lokal gebundene Dienstleistungen. Und drittens, da das Postulat von William Baumol wieder greifen sollte. Er machte sich bereits im Jahre 1966 einen Reim auf die so unterschiedlichen Inflationsraten, welcher unter dem Schlagwort 'Kostenkrankheit' zumindest einem kleinen Kreis von Makroökonomen bekannt wurde: Produktivitätsfortschritte konzentrieren sich auf Güter, die leicht automatisierbar sind. Den Kostenvorteil gibt man teils an die Kunden und teils an die Belegschaft weiter. Weil sonst irgendwann alle Arbeitsfähigen in die Industrie gehen würden, wenn nur dort die Löhne stiegen, müssen sie auch anderswo steigen. Also dort, wo der Arbeitseinsatz kaum optimiert oder maschinell substituiert werden kann – bei Lehrern, Musikern, Masseuren oder Briefträgern etwa. Die relativen Kosten dieser Dienstleistungen werden gegenüber Gütern damit immer höher. Dem kann der Konsument, was ja oft genug geschieht, dadurch begegnen, dass er Abstriche bei der Quantität oder der Qualität der Dienstleistung hinnimmt. Eine alternative Lösung, aus Sicht des nachhaltigen Wirtschaftens sicherlich wünschenswerter, ist die Verteuerung der Güter. Etwa indem CO2- und ressourcenintensive Produkte höher besteuert werden. Dagegen dürfte die jetzt auch aufs Klima achtende Europäische Zentralbank aus unserer Sicht nichts haben. Bei der Federal Reserve sind wir uns da weniger sicher.“

Den gesamten Kommentar finden Sie hier.

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