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Kennzeichen G So gut sind nachhaltige Fonds wirklich

Drei Arbeitskollegen
Drei Arbeitskollegen: Nachhaltige Fonds nehmen auch das Arbeitsklima in den Firmen unter die Lupe. | Foto: Pexels / Mikhail Nilov

In 80 Prozent aller Computer welt­weit verrichten Grafikkarten aus dem Hause Nvidia ihren Dienst. Insbeson­dere eine Millionenschar von Gamern und Krypto-Minern schwört auf die Kraft dieser Karten. Doch nicht nur Kunden sind begeistert. Auch viele Fondsmanager erachten Aktien und Anleihen dieses Un­ternehmens als lukrative Assets. Und dabei haben sie auch ESG­-Kriterien im Blick. Schließlich soll Nvidia seine Grafikkarten mit einem nur minimalen Ausstoß von Kohlendioxid produzieren. Doch welche Energiemengen das Produkt später beim Kunden verbraucht, scheint kaum eine Rolle zu spielen. Die Kohlendioxid­-Emis­sionen der Krypto-­Miner sind ähnlich hoch wie die von Käufern von Autos mit Verbrennungsmotoren.

Ist das schon Greenwashing?

Fest steht: Das Thema ESG ist politisch brisant. Und mittendrin steckt die EU­-Kommission. In diesem Monat Oktober will sie ihre erste grüne Anleihe auf den Markt bringen, um ihr Konjunkturpaket namens „Next Generation EU“ zu finanzieren. Insgesamt 250 Milliarden Euro liegen bis 2026 auf dem Tisch. „Dies wird uns zum größten Emit­tenten grüner Anleihen der Welt machen“, sagt Johannes Hahn, EU­-Kommissar für Haushalt und Verwaltung. Nicht mehr und nicht weniger.

Wo genau legen sich die Asset Manager auf die Lauer?

Um welche Philosophie herum bauen sie ihre Fonds? Und wie sieht ihre Investmentstrategie aus? Für diesen zweiten Teil unserer Nach­haltigkeitsserie haben wir uns die Top-Performer unter den Fonds nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung (SFDR) herausgepickt und den Verantwortlichen auf den Zahn gefühlt.

Fangen wir an bei der trockenen The­orie: Taxonomie heißt das Zauberwort. Paolo Bernardelli, Manager des Epsilon Euro Bond (ISIN: LU0367640660) aus dem Hause Eurizon, prüft beispielsweise, ob eine Anleihe den von der International Capital Market Association (ICMA) defi­nierten Green Bond Principles (GBP) und dem in der Entwicklung befindlichen EU Green Bond Standard (GBS) entspricht.

Die GBP und die GBS sind die Rah­menwerke, die festlegen sollen, was Anleihen überhaupt erst grün macht. In den GBP heißt es beispielsweise: „Green Bonds sind alle Arten von Anleihen, bei denen die Erlöse exklusiv grüne Projek­te ganz oder teilweise finanzieren oder refinanzieren.“ Heißt also übersetzt: Die Kapitalanlagen der Fondsmanager sollen helfen, die Umwelt zu schützen und den Klimawandel zu bekämpfen. Zudem müs­sen die Emittenten bestimmte Kriterien einhalten, etwa regelmäßig über die Projekte berichten.

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