Viele Menschen in Deutschland gehen von einem hohen Finanz-Bedarf im Alter aus. Dies zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life. Teilgenommen haben 1.000 Bundesbürger über 18 Jahren, die nicht in Rente oder Pension sind.
Die Forscher haben unter anderem nach der Rentenlücke gefragt, die die Befragten erwarten. Die Rentenlücke definierten sie dabei als Unterschied zwischen dem letzten Netto-Gehalt und dem Geldbetrag, der den Menschen beim Renteneintritt aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Rente monatlich zur Verfügung steht.
Rentenlücke von über 1.500 Euro pro Monat
Mehr als die Hälfte der Befragten (54,4 Prozent) behaupten, eine konkrete Vorstellung vom Ausmaß der eigenen Rentenlücke zu haben. Dabei gehen viele dieser Studienteilnehmer von einem erheblichen zusätzlichen Finanzbedarf aus: Mehr als 25 Prozent von ihnen schätzen die Rentenlücke auf über 1.500 Euro pro Monat. Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung bei 18–29-Jährigen: In dieser Altersgruppe rechnet jeder Zweite mit 1.500 Euro oder mehr, die ihnen im Alter fehlen würden.
Trotzdem beschäftigen sich gerade in dieser Altersgruppe die wenigsten mit der Altersvorsorge. So geben 38,4 Prozent an, sich nie damit beschäftigt zu haben. Weitere 22,1 Prozent wollten keine Angaben zu diesem Thema machen. In der gesamten Stichprobe hat sich knapp ein Viertel der Befragten nie mit der Ruhestandsvorsorge beschäftigt (siehe Grafik).
Auch wenn es um konkrete Vorsorge-Maßnahmen geht, fallen die Jüngeren durch Untätigkeit auf. Zwei Drittel der 18–29-Jährigen erklären, außer der gesetzlichen Rente nichts für den Ruhestand zu tun. In der Gesamtgruppe liegt dieser Anteil bei 27,3 Prozent.
bAV vorn
Wer zusätzlich Vorsorge betreibt, entscheidet sich am häufigsten für die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Damit spart fast ein Viertel der Befragten über alle Altersgruppen hinweg für die Rente. Darauf folgt mit 24,3 Prozent die private Lebens- oder Rentenversicherung.
Aktien inklusive Fonds und ETFs landen mit 23,3 Prozent auf Rang drei. Unter den 30–39-Jährigen beträgt der Anteil der Aktiensparer sogar 32,6 Prozent. Bei den Antworten war eine Mehrfachauswahl möglich.
Aktienrente: Meinungen gespalten
Bei Einschätzungen zur staatlich organisierten Aktienrente ergibt sich unterdessen ein gespaltenes Bild. Zwar kennen 61,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmer den Vorschlag der Bundesregierung, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren. Doch er überzeugt den Großteil der Befragten bisher nicht. Bei der Frage nach seinem Nutzen finden sich etwas mehr Ablehner (39,1 Prozent) als Befürworter (37,9 Prozent).

