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Investment-Strategie So kommen Dividendenfonds durch die Corona-Krise

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Im Feld der bedeutendsten internationalen Aktienmärkte reduzierten oder strichen Firmen in Spanien und Frankreich ihre Ausschüttungen besonders häufig (71 Prozent), dicht gefolgt von Australien (63 Prozent) und Großbritannien (55 Prozent). Noch am besten schnitten im Länder-Rating der Streichungen und Ausfälle von Janus Henderson Investors die USA (15 Prozent) und Kanada (9 Prozent) ab.

China kam auf 28 Prozent Ausfall- und Streichquote. In Südkorea reduzierten oder strichen 31 Prozent der Unternehmen ihre Dividenden, in Taiwan waren es 38 Prozent. Dort waren Chemie-Unternehmen am stärksten von Einschnitten betroffen.

Fondsmanager Ian Lee investiert bevorzugt in dem kleinen Inselstaat östlich von China – wenn auch nicht in der Chemiebranche. Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing sind in seinem Fonds Allianz High Dividend Asia Pacific Equity (ISIN: LU1211504417) größte Position. Der Halbleiterhersteller ist mit 7,9 Prozent gewichtet. „Taiwan Semiconductor Manufacturing gehört international zu den Größen seiner Branche und ist bei Forschung und Entwicklung führend”, sagt Lee zu seiner Anlageentscheidung.

Auf Rang zwei seiner Aktien-Liste steht das südkoreanische Elektronikunternehmen Samsung mit 7,4 Prozent Portfolioanteil. Lee geht davon aus, dass die zyklischen Geschäftsfelder des Konzerns nach der Corona-Phase wachsen. Besonders aussichtsreich sind aus Sicht des Fondsmanagers Speicher-Chips.

George Gosden investiert ebenfalls in Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing (8,4 Prozent) und Samsung (9,7 Prozent). „Technologie-Unternehmen aus Taiwan haben während der gesamten Corona-Pandemie ihre Dividenden erhöht“, sagt der Fondsmanager des Threadneedle Asian Equity Income (LU0061477393). Im Fall von Taiwan Semiconductor Manufacturing will er wie Lee mit seiner Investition die herausragende Position des Unternehmens in der Halbleiter-Industrie würdigen.

„Das Haus konnte seine Marktposition festigen und in die eigene Geschäftsentwicklung investieren”, sagt Gosden. Hintergrund der erfreulichen Entwicklung sei die hohe Nachfrage nach Smartphones und Autos, die für gute Geschäftsergebnisse sorge. Ein weiteres Top-Investment von Gosden ist der chinesische Glashersteller Xinyi Glass. Dem Unternehmen sei das Wachstum in den Branchen Auto, Glas und Solarenergie zugutegekommen, weshalb es die Dividenden stetig erhöhen konnte.

Quelle: Janus Henderson Investors

Für das Jahr 2021 haben Lee und Gosden hohe Erwartungen an den asiatischen Markt. „Der Kontinent erholt sich besser als andere von der Pandemie“, ist Lee überzeugt. Vor allem in China sollte der rasche Konjunkturaufschwung Cashflows, Erträge und Dividenden stützen. Gosden geht davon aus, dass Beschränkungen für Ausschüttungen im Bankwesen, die als Vorsichtsmaßnahme eingeführt wurden, aufgrund starker Geschäftsergebnisse von der öffentlichen Hand aufgehoben werden. Besonders stark sei jedoch die Technologiebranche.

Den Tech-Trend in Asien haben auch Manager globaler Dividendenfonds im Blick. Helge Skibeli, Portfoliomanager des JPM Global Dividend (LU0329202252), hält wie Lee und Gosden Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing. In seinem Fonds hat der Halbleiter-Spezialist einen Anteil von 2,3 Prozent. Auch Aditya Shivram investiert in Taiwan Semiconductor Manufacturing.

Der Fondsmanager des Fidelity Global Equity Income (LU1084165213) räumt dem Haus sogar 5 Prozent in seinem Portfolio ein. Grund für die starke Gewichtung seien Größe und besondere Fähigkeiten des Unternehmens, die Vorteile im internationalen Wettbewerb mit sich brächten. „Der Konzern sollte in der Lage sein, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen und die Dividende langfristig zu erhöhen”, ist Shivram überzeugt.

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