Corona am Büromarkt So kommen offene Immobilienfonds durch die Krise

Swiss Life European Real Estate Living and Working (ISIN: DE000A2ATC31)

Swiss Life European Real Estate Living and Working (ISIN: DE000A2ATC31) | © Swiss Life Asset Managers

Klaus Speitmann leitet den Vertrieb der Swiss Life KVG. © Swiss Life Asset Managers

DAS INVESTMENT: Herr Speitmann, wie wirkt sich die Corona-Krise an den Immobilienmärkten aus?

Klaus Speitmann: Wir sehen insbesondere Hotels sowie die innerstädtischen Einzelhandelslagen unter Druck, dabei den Präsenzhandel vor allem aufgrund der Online-Konkurrenz und die Hotels vorwiegend temporär durch die Pandemie. Der Einzelhandelsmarkt bleibt grundsätzlich geteilt zwischen weiter schwachen Innenstadtlagen und anhaltend starken Supermärkten sowie lebensmittelbasierten Fachmarktzentren. Die großen Büromärkte dürften weiterhin eine verhaltene Nachfrage verzeichnen. Während die Leerstände leicht anziehen, ist von wenig veränderten Mietniveaus für moderne, zentral gelegene Flächen auszugehen. An den Wohnungsmärkten sorgt eine robuste Nachfrage nach Mietwohnungen für anhaltendes Wachstum. Wohnraum in den Städten bleibt knapp und Gesundheitsimmobilien sowie Seniorenwohnheime bleiben gefragt. Schließlich geht es um die Immobilien der Zukunft, die auf den langanhaltenden Megatrends unserer Zeit aufbauen.

Sie investieren auch in Büros. In der Corona-Krise könnten Sie sich damit schwertun, die Erwartungen zu erfüllen. Haben Sie Umschichtungen im Fonds vorgenommen oder planen Sie Änderungen?

Speitmann: Da sind wir im Vergleich zur Branche mit unserem Swiss Life Living Working tatsächlich anders und breiter aufgestellt. Hinter dem Titel Living and Working verbirgt sich die Anlagephilosophie, demografischen Megatrends wie der Reurbanisierung, den neuen Arbeitswelten, aber auch der Nachfrage nach modernen Pflegelösungen Rechnung zu tragen. Sowohl Wohnen als auch das Arbeiten sind je mit mehreren Asset-Klassen vertreten: Bei Ersterem sind neben klassischen Wohneinheiten auch Objekte im Bereich betreutes Wohnen sowie Pflegeheime, aber auch Ärztehäuser präsent. Letzteres gliedert sich unter anderem in die Nutzungsarten Büro sowie Einzelhandel mit Fokus auf regionalen Nahversorgern. Die unterschiedlichen Immobilienarten – jeweils mit deutlichem Gewicht im Anlagemix vertreten – verhindern eine Abhängigkeit von einem bestimmten Immobiliensegment. Eine Änderung der Ankaufstrategie hat sich angesichts der Stabilität des Fonds unter dem Eindruck der Corona Krise daher nicht aufgedrängt.

Wie greifen Sie das Corona-bedingte Risiko im Fonds?

Speitmann: Der Living and Working hat generell eine sehr ausgewogene Portfoliostruktur, die sich in der Pandemiesituation durch große Stabilität bewährt. Wir wollen sowohl die Living- als auch die Working-Quote weiter stärken und gleichzeitig auch die regionale Diversifizierung weiter vorantreiben. Deshalb sehen wir keinen Anlass, die Fondsstrategie kurzfristig durch Corona zu ändern, sondern es gilt weiterhin zu prüfen, welche langfristigen gesellschaftlichen Trends Bestand haben werden. Auf Basis dieser strategischen Überlegungen sind gemischte Nutzungen auf Portfolioebene nach wie vor das Mittel der Wahl. Dazu gehören neben Wohnen natürlich die aktuell gut performenden Logistik- oder Pflegeimmobilien, aber eben auch das altbewährte Büro, sodass eine Abkehr der falsche Weg wäre. Beim Thema Büroimmobilien haben wir uns außerdem früh dafür entschieden, überwiegend auf moderne Konzepte mit den Voraussetzungen zur Realisierung neuer und vor allem flexibler Arbeitswelten, attraktiven Sozial- und Kommunikationsbereichen und innovativer Digitalisierung der Flächen zu setzen.

Die Fonds sind alphabetisch geordnet. Die Reihenfolge stellt keine Wertung der Redaktion dar. 

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