Obstverkäufer in Rajasthan Foto: Imago Images / Pacific Press Agency

Vermögensverwalter Uwe Eilers

So kommen Schwellenländer durch die Corona-Krise

Das Corona-Virus hat viele Schwellenländer massiv getroffen, sowohl wirtschaftlich als auch in der breiten Bevölkerung. Aufgrund der vielfachen Enge der Wohnverhältnisse hatte das Virus dort oft ein leichtes Spiel. Die Gesundheitssysteme sind im Vergleich zu Europa nur schlecht auf solch ein Geschehen vorbereitet und waren entsprechend schnell erheblich überlastet.

Um die Verbreitung des Virus ein wenig zu verlangsamen wurden oft Millionen Menschen aus Städten, in denen sie arbeiteten, wieder nach Hause aufs Land geschickt. Dies wiederum hatte erhebliche wirtschaftliche Einbußen für die produzierenden Unternehmen zur Folge. Zudem stornierten gerade in der Textilindustrie die Einkäufer aus den Industrieländern große Teile der Bestellungen. Die Folge waren abstürzende Börsenkurse und abstürzende Währungen im März und April 2020.

Die Aktienkurse konnten sich, wie fast überall auf der Welt, nach und nach erholen. Einzig die Währungen sind fast alle noch auf den tiefen Ständen geblieben, da das Vertrauen in Schwellenländer erst langsam zurückkehrt. Viele Staaten scheinen nun allerdings teils schneller als gedacht das Corona-Virus und wirtschaftliche Folgen hinter sich lassen. Dazu zählen sowohl einige asiatische Länder, allen voran Indien und Indonesien, als auch mittel- und südamerikanische Länder, wie beispielsweise Mexiko und Peru.

Deren Währungen könnten in den kommenden Jahren die Gewinner im Portfolio sein. Einzig Länder mit hausgemachten Problemen wie beispielsweise die Türkei (mit der desaströsen Finanzpolitik Erdogans), Russland (Krim und andere diplomatische Dispute), Brasilien (Präsident ohne wirkliche Struktur) kommen noch nicht auf den richtigen Weg, sodass sich die Erholung noch etwas ziehen könnte. Der Druck der Kapitalmärkte könnte allerdings langfristig für ein Umdenken dieser Politiker sorgen, da sie bei stärker werdenden wirtschaftlichen Einbrüchen die Wiederwahl fürchten müssen.

Dauerhafte Krisenländer wie Venezuela oder Argentinien sind noch Lichtjahre von einer Kreditwürdigkeit entfernt, sodass deren Währungen kein nachhaltiges Erholungspotenzial besitzen. Diese können allenfalls zwischendurch von sehr spekulativ orientierten Marktteilnehmern ins Auge gefasst werden. Ein Korb von Anleihen bonitätsstarker Emittenten mit niedrigen Durationen in den Währungen der Schwellenländer (Emerging Markets und New Frontier Markets) können auf Dauer für sehr gute Renditebeiträge in diversifizierten Portfolios sorgen. Dabei ist die richtige Auswahl und Gewichtung der Währungen eine entscheidende Kennziffer des Erfolgs.

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