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Performance mit Patina So legt der Fundsmith Equity an

Logo von Microsoft
Logo von Microsoft: Der Software-Entwickler gehört zu den wichtigsten Beteiligungen des Fundsmith Equity. | Foto: Imago Images / Future Image

Der Fundsmith Equity (ISIN: LU0690374615) gehört zu den wenigen Aktienfonds am deutschen Markt, bei denen Anleger immer ziemlich genau wissen, was sich gerade in ihrem Depot befindet. Die Antwort liefert der jeweils aktuelle Jahresbericht von Fondsmanager Terry Smith. Sollte dieser auch schon acht, neun oder zehn Monate alt sein – die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Zwischenzeit größere Veränderungen gegeben hat, ist extrem gering. So auch im Corona-Jahr 2020: Während manche Konkurrenten angesichts der Pandemie in hektische Betriebsamkeit verfielen und vermeintliche Verlierer gegen potenzielle Gewinner tauschten, trennte sich Smith im genannten Zeitraum lediglich von zwei Unternehmen. Drei kamen neu hinzu, was einer Umschlagsrate von gerade einmal 4 Prozent entspricht.

„Großartige Unternehmen finden, zu moderaten Preisen kaufen, nichts tun“, lautet seit jeher eine der Maximen von Smith. Kein Wunder, dass er in seiner Heimat Großbritannien schon seit Jahren mit Warren Buffett verglichen wird – zumal er wie der legendäre US-Investor aus Omaha den Mut zur Konzentration predigt und praktisch nie mehr als 20 bis 30 Titel im Portfolio hält.

Weit stärker als Buffett sucht Smith allerdings auch fernab der New Yorker Wall Street nach lohnenden Beteiligungen. Und ist damit nicht minder erfolgreich: In den ersten zehn Jahren seines Bestehens lieferte die britische Variante des im November 2010 gestarteten Fundsmith Equity in der Originalwährung Pfund eine Performance von 440 Prozent ab. Der ein Jahr später aufgelegte, auf Euro lautende Luxemburg-Klon für kontinentaleuropäische Anleger dürfte Anfang November mit ähnlich beeindruckenden Jubiläumszahlen aufwarten.

Die makellose Bilanz zog in den vergangenen Jahren viele neue Kunden an. Das britische Original des Fondsklassikers verwaltet mittlerweile umgerechnet 32 Milliarden Euro, mehr als jeder andere Aktienfonds auf der Insel. Der Luxemburger Ableger kommt immerhin auf 7 Milliarden Euro. Zu viel, um auch künftig ähnlich erfolgreich zu sein, wie einige britische Medien bereits unken? Eher nein – wenn man berücksichtigt, dass Smith ähnlich wie Buffett ganz überwiegend Aktien von großen und bekannten Firmen kauft. Zu den wichtigsten Beteiligungen gehören unter anderem Microsoft, Paypal, Facebook, L’Oréal, Estée Lauder, Novo Nordisk und Philip Morris. Nebenwerte spielen keine Rolle, die durchschnittliche Marktkapitalisierung des Portfolios liegt bei 121 Milliarden Euro.

Gehen mussten 2020 übrigens die Konsumgüter-Konzerne Clorox und Reckitt Benckiser, deren Bewertung Smith nach dem starken Kursanstieg in der Corona-Krise nicht mehr angemessen erschien. Neu hinzugekauft hat er – zu deutlich niedrigeren Kursen als heute – Nike, Starbucks und LVMH. Anfang 2021 kam dann noch die Aktie von Church & Dwight hinzu, einem bereits 1846 in New Jersey gegründeten Hersteller von Backsoda und anderen Haushaltswaren. Beileibe nicht die einzige Beteiligung mit einer gewissen Patina: Den Getränkekonzern Brown-Forman gibt es seit 1870, den Gewürzhersteller McCormick & Co seit 1889. Das Durchschnittsalter der im Fundsmith Equity versammelten Firmen beträgt 97 Jahre.

Wenn es schon kein Volumenproblem gibt – wie sieht es dann zum Beispiel mit dem Managerrisiko aus? „Ich mag eines Tages weg sein, die Unternehmen bleiben“, kontert Smith derartige Fragen und verweist zugleich auf Co-Manager Julian Robins, mit dem er bereits seit mehr als 20 Jahren zusammenarbeitet. Letzterer könne in dieser Position aber durchaus zum „Prince Charles of Fundsmith“ werden, wie Smith bei der Vorlage des jüngsten Jahresberichts nur halb im Scherz anmerkte. Von Amtsmüdigkeit also ganz offenbar keine Spur. 

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