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Phishing-Seite gestoppt So lief der Betrug im vermeintlichen Namen NFS Netfonds ab

Startseite des Internetauftritts von NFS Netfonds
Startseite des Internetauftritts von NFS Netfonds: Betrüger hatten die Website nachgebaut. | Foto: NFS Netfonds

In der vergangenen Woche hatte die Bafin vor Betrügern gewarnt, die unerlaubterweise Bank- und  Finanzdienstleistungen angeboten hatten – im Namen des Finanzvertriebs-Dienstleisters NFS Netfonds Financial Service. Unbekannte hatten offenbar die Website der Hamburger nachgebaut und sie unter der Adresse nfsnetfonds.de ins Netz gestellt. Entscheidendes Detail: Die Original-Adresse schreibt sich dagegen mit einem Bindestrich: www.nfs-netfonds.de

„Ende Juli erreichte uns eine Anfrage eines Kunden, der sich irritiert zeigte über eine Order, die über  die – vermeintliche – NFS Netfonds erfolgen sollte“, teilt der Haftungsdach- und Maklerpool-Anbieter auf Anfrage unseres Portals zum Hergang mit. Man habe daraufhin festgestellt, dass die hauseigene Website offenbar nachgebaut und dabei sämtliche Angaben und Daten auf die betrügerische Phishing-Website übernommen worden waren. Die Hamburger erstatteten daraufhin Anzeige und meldeten den Vorfall der Bafin.

Parallel habe man sich an eine Bank in den Niederlanden gewendet, die als Adressat für Zahlungen angegeben war – mit der Bitte, weitere Zahlungsflüsse über die falsche Website zu unterbinden. „Wir hoffen, dass wir damit Anlegergelder noch ‚einfrieren‘ konnten und die Anleger, die letztendlich Opfer dieses Betrugs geworden sind, ihre Gelder von der Bank zurückerhalten“, heißt es von NFS Netfonds. Dem Unternehmen sei kein Schaden entstanden. Man sei allerdings auch nicht in die weiteren Ermittlungen zu dem Fall involviert.  

Den Hergang des Betrugs schildert NFS Netfonds wie folgt: „Anleger, die sich im Netz teils in öffentlichen Foren oder in nicht seriösen Newsletter-Systemen eingetragen haben (ohne dies abschließend zu wissen, die Ermittlungen diesbezüglich laufen noch), wurden telefonisch von einem angeblichen Mitarbeiter der NFS kontaktiert und auf verschiedene Wertpapiere aufmerksam gemacht, die auch tatsächlich am Markt handelbar waren. Dann wurde der Kauf eines Wertpapiers angebahnt, indem auf die Phishing-Seite verwiesen wurde.“

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Und weiter: „Wir gehen davon aus, dass tatsächlich kein Depot für die Anleger eröffnet worden ist, sondern die Anleger um ihr Geld betrogen worden sind.“ Die nachgebaute NFS-Seite sei seit dem 1. September 2022 nicht mehr erreichbar.

Dass Betrüger versuchen, sich unter falschem Namen einen Vertrauensbonus bei arglosen Verbrauchern zu erschleichen, um dann oft unlautere Angebote zu unterbreiten, kommt häufiger vor. Die Bafin versendet regelmäßig Warnhinweise zu Unternehmen, die Verbrauchern schaden könnten. Dabei geht es auch um Identitätsdiebstahl.

Erst im April hatten Betrüger unter dem Namen „Bernstein Alliance“ vorbörsliche Aktien der Volkswagen AG angeboten. Der Name sollte offenbar auf die Fondsgesellschaft Alliance Bernstein verweisen. Das Angebot stellte sich als gefälscht heraus. Auch die Namen etwa des Online-Brokers Etoro, des Immobilienanlagen-Hauses Intreal oder der Fondsgesellschaften Pimco und Acatis sind schon von Identitätsdieben für eigene Zwecke missbraucht worden.

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