Taschenrechner und Euromünzen Foto: Imago Images / avanti

Plus bei Erbschafts- und Schenkungssteuer So nutzen Familien noch hohe Freibeträge

Es ist ein offenes Geheimnis, nach den enormen finanziellen Belastungen des Staatshaushalts in der Corona-Krise wird es erheblichen Einnahmenbedarf geben. Die Wiedereinführung von Vermögensteuer und eine Erhöhung der Erbschaftsteuer stehen im Raum. Deshalb suchen Anleger und Finanzberater vermehrt nach Möglichkeiten, wie sie mit den noch bestehenden hohen Freibeträgen das Familienvermögen schützen können. Im Corona-Lockdown konnten viele Anleger die Zeit zum Nachdenken nutzen. Insbesondere Investmentpolicen stehen bei der Lösungssuche weit vorne, weil sie elegante steueroptimierte Lösungen bieten. Denn innerhalb eines solchen Vertrags sammeln sich Erträge abgeltungssteuerfrei an und bei einer Begünstigung im Todesfall werden Zinsen, Dividenden und Co. ebenfalls komplett steuerfrei ausgezahlt.

Diese Konstruktionen eignen sich zudem perfekt zur Übertragung von Vermögen, um die noch bestehenden hohen Freibeträge auszunutzen. Aber vor dem Verschenken bitte gut überlegen: was ist, wenn man das Vermögen im Alter vielleicht doch noch braucht? Deshalb ist es sehr wichtig, eine gute und sichere Strukturierung vorzunehmen. So lässt sich bei einer hohen Schenkungssumme zum Beispiel ein Nießbrauchsvorbehalt vereinbaren.

Der Schenker hat dann weiter Zugriff auf die Erträge aus dem übertragenen Vermögen. Das hat noch einen weiteren Vorteil, der Nießbrauchsvorbehalt reduziert den angesetzten Wert des Vermögens und Freibeträge können so besonders steuereffizient genutzt werden. Ein Beispiel: Mit einer Investmentpolice könnte ein 65-jähriger an sein Kind eine glatte Million Euro verschenken – und liegt immer noch innerhalb des Freibetrags. Zudem profitiert das beschenkte Kind zusätzlich von einer steuerfreien Auszahlung der nicht vernießbrauchten Kursgewinne bei Wegfall des Nießbrauchs.

Genauso wichtig ist für viele angehende Familienwohltäter die Möglichkeit, weiter zu beeinflussen was mit dem verschenkten Vermögen passiert. Es soll von der jüngeren Generation schließlich nicht „verplempert“ werden. Auch hier bietet die Investmentpolice eine kostengünstige und simple Lösung. Der Großvater schenkt zum Beispiel an seine Enkelin 99 Prozent einer Investmentpolice und behält sich ein Prozent zurück. Da Verfügungen stets gemeinschaftlich erfolgen, kann der Schenker hier bei der Verwendung des Vermögens weiter mitreden. Auch der Einbau einer Sperrfrist ist möglich, so dass eine Auszahlung etwa erst zum 30. Geburtstag stattfindet. Wenn man es richtig macht, bleiben auch hier die erhaltenen Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei. Selbst dann, wenn die Abgeltungssteuer abgeschafft und ein höherer Steuersatz eingeführt werden sollte.

Wer gut plant und rechtzeitig handelt, kann so dem Ergebnis der Bundestagswahl entspannt entgegensehen. Investmentpolicen sind ein langfristiges Instrument, das Finanzberatern eine langjährige Kundenbindung und einen fließenden Übergang zur nächsten Kundengeneration ermöglicht. Ein Tipp für besonders sicherheitsbewusste Anleger: steuer- und rechtssichere Investmentpolicen als Sondervermögen gibt es nicht nur von Anbietern aus Luxemburg, sondern auch aus Liechtenstein. Das kann zusätzlich zur Sorgenfreiheit beitragen, besonders wenn das Ersparte im Falle von Liechtenstein sogar noch außerhalb der EU angelegt wird – mit der gleichen rechtsverbindlichen Sicherheit.

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