Indexpolicen halten nicht, was sie versprechen, erklärte Finanztest vergangene Woche. Die Zeitschrift der Stiftung Warentest berief sich dabei auf die Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung, demnach konnten Indexpolicen in den vergangenen Jahren im Schnitt gerade einmal 1,64 Prozent Rendite erwirtschaften. Außerdem zeigte die Finanztest-Simulationsrechnung, dass die Indexbeteiligung im Mittel nur selten die Rendite sicherer Verzinsung schlagen könnte.

„Kursverluste an der Börse schlagen voll ein, Kursgewinne dagegen sind gedeckelt“, so lautete einer der größten Kritikpunkte der Verbraucherschützer. Denn die meisten Produkte haben eine Renditeobergrenze nach oben (Cap). Das heißt: Auch wenn der Index höher steigt, erhält der Versicherte in dem jeweiligen Monat maximal die entsprechend begrenzte Rendite gutgeschrieben.

Abschließend erklärten die Verbraucherschützer die Indexpolicen für nicht geeignet zur Altersvorsorge und rieten stattdessen zu ETF-Sparplänen oder günstigen Fondspolicen.

Acht von zehn Versicherer beziehen Stellung

Untersucht wurde in der Studie die Wertentwicklung von elf Indexpolicen von zehn Anbietern (Allianz, Barmenia, Ergo, LV 1971, Neue Leben, Nürnberger, R+V, Stuttgarter, Volkswohl Bund und Württembergische). Nur die wenigsten davon hätten sich aktiv an der Untersuchung beteiligt oder die Rückfragen der Forscher beantwortet, hieß es von Finanztest.

DAS INVESTMENT machte unterdessen andere Erfahrungen: Von den zehn Anbietern, die die Redaktion um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten hatte, antworteten acht – und wehrten sich vehement gegen die Finanztest-Kritik.  

Ergo: Unterschiedliche Zielgruppen

Alle Gesellschaften weisen auf die hohe Sicherheit der Indexpolicen hin, die eben ihren Preis habe. „Im Unterschied zu ETFs und Fondspolicen bieten Indexpolicen garantierte Leistungen. Sie sprechen also mit sicherheitsorientierten Anlegern eine andere Zielgruppe an“, heißt es von der Ergo. Die Ergo Rente Index biete eine endfällige Garantie in Höhe von 100 Prozent der eingezahlten Beiträge, so dass die Kunden zum Rentenbeginn kein Verlustrisiko hätten. Und auch während der Laufzeit könne das Vertragsguthaben niemals sinken.

„Diese Sicherheit bieten weder ETFs noch Fondspolicen“, so der Ergo-Sprecher. Außerdem liege die Rendite der Ergo-Police auf den MSCI World seit Produkteinführung im Juli 2022 bei 2,7 Prozent jährlich – und damit über dem vom Finanztest genannten Durchschnitt.

Neue Leben: Rendite über der sicheren Verzinsung

„Es ist bedauerlich, dass Stiftung Warentest ein pauschales Urteil fällt, ohne die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen zu berücksichtigen“, heißt es auch von einer Sprecherin der Versicherungsgesellschaft Neue Leben. Schließlich bieten Indexpolicen in der Ansparphase eine Wahlmöglichkeit zwischen sicherer Verzinsung und Indexbeteiligung - auch während der Vertragslaufzeit. Zum Ablauf gebe es garantierte Ablaufleistung und/oder eine garantierte Rente, die lebenslang gezahlt wird. Das könne ein ETF-Sparplan nicht ermöglichen.

Auch die Rendite der Neue-Leben-Indexpolice Plan X liege über der sicheren Verzinsung, so die Sprecherin. „Die Simulation für den Plan X zeigt einen Erwartungswert von 2,72 Prozent, der oberhalb der sicheren Verzinsung von 2,57 Prozent liegt.“