So reagieren Versicherer auf Lindners Rentenreform-Vorschläge
„Dürfen die Gesellschaft nicht weiter schonen“SoreagierenVersichereraufLindnersRentenreform-Vorschläge
Was halten Versicherer von Christian Lindners Kritik an der geplanten Frühstart-Rente? DAS INVESTMENT hat vier Gesellschaften befragt: Hier die Ergebnisse.
Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner: Die Frühstart-Rente starte nicht früh genug, erklärte er in einem „Handelsblatt“-Gastkommentar. Die Versicherer geben ihm teilweise recht.| Bildquelle: Imago Images / Revierfoto
Der ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner hat mit seinem Gastbeitrag im „Handelsblatt“ eine neue Diskussion über die private Altersvorsorge entfacht. Seine zentrale Kritik: Die geplante Frühstart-Rente, die erst ab dem sechsten Lebensjahr greift, verschenke wertvolles Potenzial. Stattdessen plädiert Lindner für einen Vorsorgestart bereits ab der Geburt, um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen.
Gleichzeitig wirbt der FDP-Politiker für eine offenere Haltung gegenüber Kapitalmärkten. Als besonders erfolgreiches Modell bezeichnet er dabei die US-amerikanischen 401(k)-Pläne. Ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot mit weitgehender Anlagefreiheit und nachgelagerter Besteuerung könnte seiner Ansicht nach die deutsche Vorsorgelücke schließen. Darüber hinaus schlägt Lindern einen befristeten Auszahlplan bis 85 Jahren vor.
DAS INVESTMENT hat Top-Manager von vier Versicherungsgesellschaften gefragt, was sie von Lindners Vorschlägen halten. Die Antworten finden Sie in unserer Bildstrecke.
Stuttgarter fordert schmerzhafte Einschnitte
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Guido Bader, Vorsitzender der Vorstände der Stuttgarter Lebensversicherung. Bildquelle: Stuttgarter
Die Reaktionen aus der Versicherungswirtschaft fallen differenziert aus. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Versicherung, vermisst in Lindners Vorschlägen einen entscheidenden Aspekt: notwendige Kürzungen im bestehenden System. „Ohne mutige Schritte wie das Ende der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte, den Verzicht auf die nächste Stufe der Mütterrente oder die Streichung versicherungsfremder Leistungen wird das System nicht tragfähig“, warnt Bader. Selbst bei Beamtenpensionen müsse über Anpassungen nachgedacht werden.
Bei der Kapitaldeckung fordert Bader klare Regeln: Staatliche Förderungen seien nur gerechtfertigt, wenn im Gegenzug eine lebenslange Leistung garantiert werde. Statt völlig neue Systeme zu schaffen, plädiert er für eine grundlegende Reform bestehender Instrumente wie Riester und der betrieblichen Altersversorgung.
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