Zur Bundestagswahl So sehen Finanzexperten die FDP-Aktienrente

Christian Funke, Gründer von Source 4 Alpha

Christian Funke, Gründer von Source 4 Alpha

Welchen Einfluss kann eine solche Aktienrente auf die Anlage-Kultur in Deutschland nehmen?

Die Aktienrente ist eine hervorragende Idee, um breite Bevölkerungsschichten an das Thema langfristiges Investieren mit Aktien heranzuführen. In der Psyche deutscher Anleger ist das Sparen auf dem Sparbuch und mit Sichteinlagen bei Banken tief verankert und die automatische, langfristige Anlage in Wertpapiere würde vielen Sparern aufzeigen, welches Potenzial für den langfristigen Vermögensaufbau in der Börse steckt.

Kann eine Aktienrente die makroökonomischen Rahmenbedingungen beeinflussen?

Eine Aktienrente kann signifikante Anlagesummen in die Aktienmärkte lenken und die Aktienkultur in Deutschland langfristig positiv beeinflussen. Um das in Perspektive zu setzen: Der von der FDP vorgeschlagene Betrag in Höhe von 2,0 Prozentpunkten des Beitragssatzes zur Rentenversicherung von aktuell 18,6 Prozent wären mehr als 10 Prozent der Beitragseinnahmen und damit aktuell mehr als 25 Milliarden Euro pro Jahr. Dies ist eine gewaltige Summe und mehr als das gesamte Volumen der Börsengänge in Europa 2020 (gut 23 Milliarden Euro laut Daten von Bloomberg).

Welche Auswirkungen erwarten Sie speziell für Ihren Vertrieb?

Langfristig würde das Interesse an der Aktienanlage steigen und damit auch die Nachfrage nach Aktienprodukten – sei es in der Form eines Aktienfonds oder als Aktienstrategie in der Vermögensverwaltung.

Ergeben sich aus der Aktienrente auch Konsequenzen auf Ihre Investment-Philosophie und Ihr Tagesgeschäft?

Nein, wir sind schon seit Gründung der Firma mit Aktien unterwegs und bieten Anlegern sowohl über unsere Publikumsaktienfonds als auch über die Vermögensverwaltung systematisch, transparent und kostengünstig Zugang zur langfristigen Aktienanlage.

Wie sollten Anleger Aktien als Baustein für ihre Altersvorsorge verwenden? Und welche Bausteine gehören ebenfalls dazu?

Anleger sollten Aktien als langfristig orientierten Bestandteil ihrer Altersvorsorge sehen. Insbesondere bei jüngeren Anlegern besteht aufgrund des sehr langen Anlagehorizonts eine hohe Risikotragfähigkeit und damit die Möglichkeit die Rücklagen für die Altersvorsorge hauptsächlich langfristig in Aktien zu investieren.

Ein weiterer Baustein kann natürlich die eigengenutzte Immobilie sein, die beim Vermögensaufbau eine sehr gewichtige Rolle spielt. Bei einer Wohneigentumsquote von aktuell 51 Prozent in Deutschland ist das Thema Immobilieneigentum im europäischen Vergleich aber noch deutlich unterrepräsentiert (EU-Durchschnitt 71 Prozent nach Daten von Eurostat). Sowohl die Aktie wie auch die Immobilie sind Sachwertanlagen, die wichtig für die Altersvorsorge sind – anders als Nominalanlagen wie Kontoguthaben bei der Hausbank oder Anleihen, auf die man insbesondere aufgrund aktuell wieder steigender Inflationsraten eher verzichten kann.

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